Betriebsblindheit: Was tun, wenn du den Wald vor Bäumen nicht mehr siehst?

Am Anfang deines neuen Jobs erschien dir nichts abwegiger, als dich jemals mit der verschrienen Randerscheinung des Arbeitsalltags, der sogenannten Betriebsblindheit, herumschlagen zu müssen. Kein Wunder – zu dem Zeitpunkt hattest du auch noch ganz andere Sorgen! Schließlich versuchst du am Anfang jeder neuen Herausforderung immer, dich möglichst schnell in die Arbeits- und Betriebsabläufe zu integrieren, um deine Sache gut zu machen. Langeweile oder Gewohnheit werden für dich in diesen ersten Wochen zu absoluten Fremdwörtern. Nachdem diese erste (und meistens schlimmste) Phase ausgestanden ist, bist du in der zweiten Phase angekommen. Du lehnst dich innerlich nun langsam etwas zurück – und das vollkommen zu Recht, denn die ersten Wochen waren nicht gerade Zuckerschlecken. Allerdings wird nach dieser zweiten Phase der Grad schnell schmal – denn es droht die Macht der Gewohnheit. Generell sind Gewohnheiten gut: Egal, ob beruflich oder privat, sie geben dir das nötige Maß an Sicherheit. Manch einen von uns laden sie jedoch auch gerne zum Faulenzen ein. Gerade am Arbeitsplatz kann es daher gut sein, dass du früher oder später, vollkommen unabsichtlich, anfängst, ein bißchen zu schludern. Du wirst ungenau, machst das ein oder andere Fehlerchen… Nach einer gewissen Zeit sind es plötzlich aber nicht mehr nur kleine „Patzer“, die dir unterlaufen – du siehst schlicht den Wald vor Bäumen nicht mehr. Du bist betriebsblind geworden.

Aber was heißt das denn genau, „betriebsblind“ zu sein? Eine allgemeine (und zugegeben etwas schwammige) Definition bezeichnet damit die „fehlende Aufmerksamkeit für betriebliche Prozesse“. Ahja. Ergo stolperst du nun mit Scheuklappen durch die Gegend, oder wie sollst du das verstehen? Ganz so drastisch ist es mit Sicherheit nicht gemeint, vielmehr scheinst du einfach etwas den Blick für’s Wesentliche verloren zu haben. Jetzt stellt sich die Frage: Wie sollst du aus diesem Schlamassel nur wieder herausfinden?

Eine gute und sinnvolle Methode, die dir dabei hilft, deinen Horizont wieder etwas zu erweitern, ist, sich bei Kollegen oder Geschäftspartnern Feedback zu holen. Auch wenn dies vielleicht nicht immer ganz freiwillig ist und deine Ungenauigkeiten dafür mindestens einem Kollegen vorher ins Auge gestochen sein müssen, kann dies auf lange Sicht für dich eine gute Möglichkeit bedeuten, um wieder ein bißchen mehr auf Spur zu kommen. Scheinbar machst du ja nur noch rein subjektiv alles richtig.

Ebenfalls produktiv ist die Selbstkontrolle. Nur, weil du momentan beruflich einen kleinen Stillstand hast, muss dies bitte nicht dauerhaft so bleiben. Um dir selbst etwas auf die Finger zu schauen, empfiehlt es sich, regelmäßig über folgende Fragen nachzudenken: Wann hast du das letzte Mal über Verbesserungen nachgedacht? Strukturierst du deinen Tag richtig? Magst du deinen Job noch?

Wie bei gefühlt jedem Thema ist der goldene Mittelweg aber auch hier einmal mehr die Lösung. Am besten driftest du also gar nicht erst in die gefährliche Routine ab. Das sagt sich natürlich so leicht – tatsächlich ist es das aber auch. Langweilst du dich zum Beispiel schon länger in deinem Job? Dann ändere etwas! Und ganz schnell bist du nämlich wieder ziemlich wach.


Beitrag von Barbara

Barbara
Barbara Solle studiert Anglistik und Politikwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Seit Oktober 2014 arbeitet sie bei der YOURCAREERGROUP und unterstützt unser Team im Bereich Online Marketing. Weitere Informationen zu ihr gibt es auf Xing und LinkedIn. XING.