Bewerbungsschreiben – die 15 häufigsten Fehler

Die meisten Bewerber stöhnen schon beim Gedanken daran entnervt auf – wie lang soll es werden und was soll ich nur schreiben? Das Bewerbungsanschreiben hat schon so manchen Jobsuchenden an den Rand der Verzweiflung gebracht.  Doch steht einmal das Grundgerüst des Anschreibens, stellt auch der restliche Teil häufig keine große Problematik mehr dar. Wie man das Bewerbungsschreiben am besten aufbaut, haben wir euch bereits im Blog erklärt.

Bevor du dich an das Schreiben machst, solltest du dir jedoch auch möglicher Fehler bewusst sein, die zu vermeiden sind. Denn immer wieder erleben es Personaler, dass sie z.B. falsch angesprochen werden oder sie sich abermals mit einer allseits bekannten Vorlage aus dem Internet konfrontiert sehen.  Solche Fehler können schnell dazu führen, dass deine Bewerbung direkt auf dem Stapel der aussortierten Bewerbungen landet. Damit das nicht passiert, haben wir euch die 15 häufigsten (und schwerwiegendsten) Fehler und Sünden im Anschreiben zusammengefasst und geben euch Tipps, wie ihr es besser macht.

1. Unternehmen oder Adresse falsch geschrieben
Ein Fehler, der auch bei Bewerbungen an unser Unternehmen häufig auftritt. Statt bei der YOURCAREERGROUP AG bewirbt man sich plötzlich bei der „You carrer Group“ oder der „YourKarierGruppe“ 😉 Da lohnt es sich schon, genauer hinzuschauen und eigentlich ist es doch selbstverständlich, dass man den Namen des zukünftigen Wunscharbeitgebers korrekt schreibt.
Ähnlich verhält es sich mit der Adresse des Arbeitgebers. Besonders peinlich kann es hier werden, wenn man zuvor schon eine andere Bewerbung geschrieben hat und vergisst die Adresse auszutauschen.

2. Keine oder fehlerhafte Anrede
In der Regel findest du den Namen des Ansprechpartners direkt in der Stellenanzeige – diesen solltest du dann natürlich korrekt auf das Bewerbungsschreiben übernehmen. Andernfalls empfiehlt es sich den Adressat telefonisch zu erfragen. „Sehr geehrte Damen und Herren“ sollte eher die Ausnahme bleiben und nur genutzt werden, wenn sich kein Ansprechpartner ermitteln lässt. Je individueller das Anschreiben, desto besser – und dazu gehört auch der Ansprechpartner.

3. Mangelhafte Rechtschreibung oder Grammatik
Es versteht sich eigentlich von selbst und doch passieren vielen Bewerbern immer wieder Rechtschreibfehler in ihren Bewerbungen. Besonders „beliebt“ sind hier Klassiker wie dass / das. Tippfehler können jedem Mal passieren, jedoch zeugt es von Unachtsamkeit und fahrlässiger Arbeitsweise, wenn diese bei der Korrektur übersehen werden. Du solltest daher dein Anschreiben mindestens von drei Personen Korrektur lesen lassen – wer weiß, was ihnen noch auffällt.

4. Unvollständiger Absender
Der Absender sollte folgendes enthalten: Name, Straße, Stadt, Telefonnummer (je nach Vorliebe Mobil und Festnetz) sowie deine E-Mail Adresse. Lässt du z.B. deine Telefonnummer aus, kann dies ein Minuspunkt sein, denn viele Personaler bevorzugen es, direkt telefonisch mit dem Bewerber in Kontakt zu treten.

5. Unseriöse E-Mail Adresse
Mäuschen137? GangsterLover66? Besser nicht… Wer als Bewerber ernstgenommen werden will, sollte sich mehr Gedanken zu seiner E-Mail Adresse machen. Mittlerweile haben sich für die E-Mail Adresse folgende Schreibweisen durchgesetzt: nachname.vorname@provider.de, vorname-nachname@provider.net oder ähnliches. Seriöse Provider sind z.B. GMX oder web.de.

6. Fehlende Individualität
Du nutzt für jede Bewerbung dieselbe Vorlage und tauscht nur den Firmennamen und Ansprechpartner aus? Dann hast du schon verloren. Personaler achten ganz genau darauf, wie individuell ein Bewerbungsanschreiben klingt. Daher solltest du dich im Anschreiben konkret auf das Unternehmen und die Anforderungen / Aufgaben in der Stellenbeschreibung beziehen.

7. Zu lang
Weniger ist mehr! Die Länge deines Anschreibens sollte eine DIN-A4 Seite nicht überschreiten, schließlich haben die Personaler oft ein hohes Pensum abzuarbeiten und keine Zeit seitenlange Romane zu lesen.

8. Zu kleine, enge Schrift
Nur eine DIN-A4 Seite?! Oh, da nehme ich doch am besten Schriftgröße 8 und einen besonders kleinen Zeilenabstand, so passt möglichst viel auf die Seite! Und so landet deine Bewerbung ganz schnell im (virtuellen) Papierkorb…

9. Fehlende Struktur
Achte darauf, Absätze dort einzufügen, wo es Sinn macht. Bei einem einseitigen Bewerbungsschreiben (auf der auch noch Platz für den Empfänger, Absender etc. übrig bleiben muss) sollten es ungefähr zwei bis drei Absätze sein.

10. Konjunktiv
Nicht ohne Grund wurde der Konjunktiv schon als „Karrierekiller“ bezeichnet. „Ich würde gut in Ihr Unternehmen passen…“ oder „Ich könnte Ihnen ab dem 1. August zur Verfügung stehen“. Auf den ersten Blick mögen diese Formulierungen vielleicht höflich klingen, jedoch lässt der Konjunktiv auch leicht auf mangelndes Selbstbewusstsein oder Unsicherheit deuten. Viel mehr empfiehlt es sich stattdessen aktivere Formulierungen wie „Ich stehe Ihnen ab dem 1. August zur Verfügung“ zu verwenden.

11. Fehlende Unterschrift
Ort, aktuelles Datum, Original Unterschrift am Ende des Anschreiben – so gehört es sich für den passenden Gesamteindruck. Bei der Online oder E-Mail Bewerbung kannst du deine Unterschrift einscannen und in das Dokument einfügen.

12. Standardfloskeln in der Einleitung
Es gibt einige Floskeln, die Personaler immer wieder lesen, die jedoch ähnlich aussagekräftig sind wie ein Stück Brot. Hierzu gehören beispielsweise „Mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige vom 14. Mai in der Neuen Tageszeitung gelesen“ oder „Hiermit bewerbe ich mich auf die Stelle als Empfangsleitung in ihrem Hotel“. Natürlich möchtest du das, warum hättest du sonst diese Bewerbung geschrieben? Diese Infos stehlen dir nur wertvollen Platz und sind in der Betreffzeile besser aufgehoben.

13. Fehlende Belege
„Ich bin motiviert, belastbar und ein Teamplayer.“ So oder so ähnlich liest man es in unzähligen Bewerbungsschreiben. Doch wo sind die konkreten Beispiele und Belege? Inwiefern ist man motiviert? Wann hat man bereits Belastbarkeit vorweisen können? So wäre es z.B. besser die Teamfähigkeit durch das Projekt xy mit einem Team von 5 Personen zu belegen oder die Belastbarkeit durch das zeitintensive berufsbegleitende Studium zu beweisen.

14. Vorlagen übernehmen
Von sogenannten Musteranschreiben solltest du besser die Finger lassen. Um das Grundgerüst mit der passenden Form und Struktur für das Anschreiben zu finden, können solche Vorlagen sicher hilfreich sein, jedoch macht das Übernehmen von ganzen Sätzen wenig Sinn, wenn das Anschreiben doch eigentlich möglichst individuell sein sollte. Hinzu kommt, dass die meisten Personalverantwortlichen diese  Muster und Vorlagen bereits zu Genüge kennen und dich so schnell als „Gedankendieb“ entlarven.

15. Gehaltsfrage ignorieren
Viele Unternehmen stellen in Ihrem Jobangebot die Frage nach der Gehaltsvorstellung. Häufig machen Bewerber den Fehler, diese Frage einfach zu ignorieren. Schließlich möchte man nicht gleich aufgrund zu hoher Gehaltsvorstellungen aussortiert werden und auch unter Wert will man sich nicht verkaufen. Beim Unternehmen macht das allerdings keinen guten Eindruck, denn es kann der Eindruck entstehen, dass die Anzeige nicht sorgfältig genug gelesen wurde Daher sollten sich Bewerber zuvor intensiv damit auseinandersetzen und recherchieren, welche Gehaltsvorstellung realistisch ist. Eine mögliche Formulierung wäre dann z.B. „Meine Gehaltsvorstellung liegt bei 30.000€ brutto im Jahr“.

Weitere Tipps zum Bewerbungsanschreiben findet ihr unserem Interview mit Kirsten Ebermann von der Personalvermittlung Konen & Lorenzen.

Bilderquellen: © dotshock / shutterstock.com


Beitrag von Andrea Schmitz

Andrea Schmitz