Chaosheld oder Ordnungsfanatiker – Wie sieht dein Schreibtisch aus?

Ein kurzer Blick auf den Schreibtisch eines Mitarbeiters verrät oftmals sehr viel über dessen Arbeitsweise. Herrscht eine Stimmung, als sei hier gerade eine Bombe explodiert oder liegen die Blätter alle ordentlich auf einem Stapel? „Wer so schlampig ist, der arbeitet bestimmt auch so unstrukturiert!“ Eine Ansicht, die die Mehrheit der Chefs direkt unterzeichnen würde, doch stimmt das auch so oder handelt es sich hierbei vielmehr um ein Klischee?

Ordnung ist das halbe Leben, sagen die einen, die anderen lieben das pure Chaos

Wer kennt es nicht, kaum steht die erste Red Bull Dose auf dem Schreibtisch, gesellt sich schnell die nächste dazu und so weiter. Experten bezeichnen dieses Phänomen als den so genannten „Broken-Window-Effekt“. Gemeint ist: Wenn in einer Straße nur ein Haus mit ein paar zerbrochenen Fensterscheibe und Graffitis steht, dann dauert es nicht lange, bis der ganze Wohnblock verfällt. Mit anderen Worten heißt das: Sammeln sich auf dem Schreibtisch die losen Blätter und Post-its, dann gesellen sich schon bald eine leere Kaffeetasse und etliche Aktenordner dazu. Zurück also zu der Frage, ob ein unordentlicher Schreibtisch etwas über die Arbeitsweise aussagt. Viel zu häufig verurteilen wir die heillosen Chaoten als unstrukturiert, vergessen jedoch dabei, dass in so manchem „Herrschern des Durcheinanders“ ein kreativer und produktiver Kopf steckt. Was stimmt also?

Fakt ist, dass ein nicht unerheblicher Teil der Arbeitszeit dafür drauf geht, dass wir wichtige Dokumente in den zahlreichen Dateiverzeichnissen suchen. Hinzu kommt, dass sich auf so manchem Chaos-Tisch zahlreiche Bakterien tummeln, denen die zurückgelassene Apfelkitsche oder die alte Kaffeetasse als wohliger Nährboden dienen. Igitt! Das ist dann nicht nur eklig sondern auch gesundheitsschädlich. Doch die Forscher sind sich einig, dass man aus einem Messy-Büro auch durchaus einen positiven Nebeneffekt ziehen kann. Sie fanden heraus, dass das Chaos auf dem Schreibtisch durchaus den Geist stimulieren und zu unkonventionellen Lösungen bewegen kann. Doch warum ist das so? Experten gehen davon aus, dass das Gehirn durch die zahlreichen visuellen Eindrücke und Ablenkungen permanent stimuliert wird und so neue Impulse und Ideen entwickelt.

Ist das Ausmaß des Durcheinanders zu groß – sucht das Gehirn den einfachsten Lösungsweg

Chaos im Büro, so die Forscher hilft also dabei, Aufgaben zu vereinfachen und sich bei der Lösung auf das Wesentliche zu konzentrieren. „Juchhu!“ rufen da alle Chaoten. Doch ist damit wirklich alles gesagt? Nicht ganz! Der Schreibtisch ist und bleibt nach wie vor die Visitenkarte des Arbeitnehmers. Viele Manager bevorzugen daher Mitarbeiter mit ordentlichen Schreibtisch-Gewohnheiten, bei denen ein spontaner Kundenbesuch nicht gleich zu panischen Aufräumaktionen führt. Grund: Die Schreibfläche ist immer auch Projektionsfläche. Ein unaufgeräumter Tisch steht für eine unausgeglichene Persönlichkeit. So jemand, so das gängige Vorurteil, ist weder strukturiert noch zielorientiert, hat weder Ehrgeiz noch Führungsqualitäten. Mehrheitlich ist das Quatsch, aber das haben Klischees nun einmal so an sich.

Aufzuräumen kann aber auch einen anderen Effekt haben

Ist ein Projekt im wahrsten Sinne des Wortes „vom Tisch“ so sollten wir uns dann einmal gezielt ans Aufräumen machen. Das gibt uns automatisch das Gefühl, dass eine Sache abgeschlossen wurde und nun Platz für neue Aufgaben geschaffen wird. Der Kopf erhält wieder Platz für neue Impulse und Freiraum zum entfalten neuer Gedankengänge.

Damit es mit dem Ordnung halten dauerhaft funktioniert, folgen nun noch fünf hilfreiche Tipps, um dem Chaos langzeitig entgegen zu wirken.

1. Es hilft, wenn man die verwendeten Arbeitsutensilien wie Stift, Schere, Textmarker und Co. stets an den für sie vorgesehen Platz zurücklegt.  Der Vorteil dadurch: man muss beim nächsten Mal nicht lange suchen, sondern man hat alles gleich griffbereit.

2. Es kann helfen, die Dinge, die man im permanenten Gebrauch hat, stets griffbereit zu halten und jene Utensilien, die seltener genutzt werden in Schubladen zu verstauen.

3. Ein dritter Tipp lautet Entsorgen! Überflüssiges aus dem Sichtfeld zu verbannen und gezielt wegzuschmeißen ist oftmals eine Möglichkeit, wenn man zu Messy-Verhalten neigt.

4. Ablegen: Überlege dir ein sinnvolles Ablagesystem für E-Mails und Dokumente und sortiere diese nach ihrer Priorität. Das schafft eine bessere Übersicht und verbessert im gleichen Zuge dein Zeitmanagement.

5. Aufräumen: Mach es dir zur Gewohnheit, deinen Schreibtisch jeden Abend vor Feierabend soweit aufzuräumen, sodass dir ggf. jederzeit jemand einen spontanen Besuch abstatten kann oder an deinem Platz nutzen kann. So beginnt man den nächsten Tag gleich viel entspannter!

Als kleine Inspiration und oder Abschreckung  zugleich – je nach dem zu welchem Schreibtisch-Typ du dich zählst, folgen nun noch ein paar interessante Beispiele. Wie sehen die Arbeitsplätze so manches Promis, darunter Musiker, Filmproduzenten oder Politiker wohl aus? Aufgeräumt oder unordentlich? Viel Spaß beim Durchklicken!  http://famousworkspaces.tumblr.com/


Beitrag von Lisa N.

Lisa N.
Nach einem Masterstudium an der Universität Hamburg, habe ich erfolgreich ein Volontariat in einer PR-Agentur absolviert. Bei der YOURCAREERGROUP bin ich seit November 2014 für das B2C Marketing und den Pressebereich zuständig. Weitere Informationen zu mir gibt es auf XING.