Computernutzung am Arbeitsplatz – wie privat darf es sein?

Schnell mal die privaten Emails checken, eine Ruhephase nutzen, um Kinokarten für den Abend zu reservieren, oder lustige Videos ansehen, um der aufkommende Langeweile entgegenzuwirken – für viele Arbeitnehmer sieht so der Alltag im Büro aus. Regelmäßig nutzen sie ihren Computer nicht nur zum Arbeiten, sondern auch zum privaten Vergnügen.

Doch ist das überhaupt erlaubt? Dürfen Arbeitnehmer ihre Computer am Arbeitsplatz für private Zwecke nutzen?

Regelung der Computernutzung ist Chef-Sache
Ob und in welchem Umfang Mitarbeiter während der Arbeitszeit privat surfen dürfen, müssen Arbeitgeber individuell entscheiden. Der Arbeitgeber kann die Computernutzung für sein Unternehmen sowohl in den Betriebsvereinbarungen als auch in den einzelnen Arbeitsverträgen regeln und durch stichprobenartige Überwachungen sicherstellen, dass seine Mitarbeiter sich an die Vorschriften halten. Liegt ein eindeutiges Verbot zur privaten Nutzung vor, so ist es ihm gestattet, Konsequenzen zu ziehen, die sich im schlimmsten Fall in einer fristlosen Kündigung äußern können.

Vorsicht – auch ohne eindeutige Vorschriften
Hat der Arbeitgeber nirgendwo schriftlich festgehalten, wie seine Mitarbeiter ihre Computer nutzen dürfen, ist das allerdings kein Freifahrtschein, der privates Surfen erlaubt. Durch das Surfen geht wertvolle Arbeitszeit und somit Geld des Unternehmens verloren, worüber sich kein Arbeitgeber freuen wird. Nutzen Arbeitnehmer den Computer nur selten und in geringem Umfang, so antworten Arbeitgeber darauf allerdings selten mit einer fristlosen Kündigung. Eine private Nutzung in angemessener Weise wird in der Regel geduldet.

Gesicherte Qualität durch Überwachung
In einer Zeit, in der der Wunsch nach einer gesunden Work-Life-Balance immer größer wird, nimmt die Überwachung am Arbeitsplatz dennoch zu. Die Unternehmensführung kontrolliert das Chatten, Surfen oder Mailen und möchte durch Stichproben sicherstellen, dass die private Nutzung in einem akzeptablen Rahmen passiert und ausreichend Fleiß und Engagement von ihren Mitarbeitern ausgeht. Einige, kleine Freiräume gewähren die meisten Arbeitgeber in der Regel gerne, dennoch müssen sie sich darauf verlassen können, dass ihre Mitarbeiter eine wertvolle Arbeitskraft darstellen und sie in ihren Zielen voranbringen.


Beitrag von Sina Kardatzki

Sina Kardatzki