Die Stewardess im Profil -Welcome on board to our flight zur Wolke 7?!

Wir haben Sommer und ab geht es in den Flieger. Was für uns den Einstieg in einen zweiwöchigen Erholungsurlaub einläutet, bedeutet für die Stewardess nichts Anderes als harte Arbeit. Was sie so erlebt zwischen Jetlags, verschüttetem Tomatensaft und unangenehmen Passagieren, kann zu einer Mischung aus Höhenflug und Horrortrip werden. Aber zunächst wollen wir einen etwas heiklen Punkt im Leben der Stewardess betrachten. Der Job ist einer derjenigen, der in der Regel immer noch mit Klischees zu kämpfen hat. Weit verbreitet ist das Bild einer hübschen „Saftschubse“ in adretter Uniform mit Bleistiftrock und Halstuch, das besonders Männeraugen größer werden lässt. Muss man eigentlich viele Fähigkeiten haben oder reicht gutes Aussehen aus, um im Business über den Wolken Erfolg zu haben? Du bist Stewardess und könntest dich stundenlang über solche Aussagen ärgern? Verständlich – das hört sich in der Tat nicht nach einer Respekt einflößenden taffen Karrierefrau an und wird dem was Stewardessen leisten nicht gerecht. Wer in diesem Job arbeitet, weiß, dass man äußerst hart im Nehmen sein muss. Vor allem dann, wenn das Baguette des Passagiers den Weg zurück aus dem Magen findet. Aber mal ehrlich. Auch du wirst diese Klischees nicht zum ersten Mal hören, oder? Warum allerdings ist diese Vorstellung über eine Stewardess ganz unbewusst – und vor allem ohne es böse zu meinen- weit verbreitet? Weil Frauen in Uniform einfach sexy wirken und auf ihr Äußeres reduziert werden oder what ever? Schlaf scheint in diesem Job ebenfalls vollkommen überbewertet zu sein. Während die Bürokauffrau noch selig schlummert und sich in die Bettdecke kuschelt, heißt es für die Stewardess raus den Federn und zum Dienst antreten. Ein geordneter Tagesrhythmus mit Arbeitszeiten von acht bis siebzehn Uhr? Fehlanzeige! Dein gut strukturiertes Familienleben kannst du als Stewardess an den Nagel hängen. Wenn der Job allerdings so Klischee behaftet ist und zunächst mehr nach Anstrengung klingt, warum wird er trotzdem von vielen Frauen und heutzutage durchaus von Männern ausgeübt? Gibt es den Flug zur Wolke 7 wirklich im Leben einer Stewardess? Schließlich haben wir bis jetzt nur die Kehrseite der Medaille betrachtet. Wir haben nachgeforscht und den Job der Flugbegleiterin in das Scheinwerferlicht gerückt. Du darfst gespannt sein!

Vorzüge im Job der Stewardess- Warum sie bei ihrer Arbeit nicht aus allen Wolken fällt !

Ein großer Vorteil des Jobs ist die niemals auftretende Langeweile. Denn immer da wo verschiedene Menschen aufeinander treffen gibt es Streitigkeiten, Konfliktpotenzial, aber auch schöne Momente. Wo könnte man mehr erleben, als auf so beengtem Raum inmitten einer Horde der unterschiedlichsten Passagiere, die es zu bändigen gilt? Vom Hochzeitsantrag in luftiger Höhe bis zum angeregten Gespräch über die rauen Küsten Neuseelands- die Arbeit in mehr als tausenden von Metern über der Erde bietet Platz für allerlei Überraschungen. So kann ein angenehmer Kontakt zu den Gästen den zum Teil harten Arbeitsalltag versüßen. Dass man sich trotzdem manchmal fühlt wie im Löwenkäfig ist durchaus keine Seltenheit, aber eine Herausforderung, dessen Bewältigung gerade wegen der großen Strapazen mit Stolz erfüllen kann. Dabei soll es hier keinesfalls darum gehen, nervige Passagiere oder Sprüche, die unter die Gürtellinie gehen, schön zu reden. Vielmehr geht es darum, dass deine Fähigkeiten in der Selbstbeherrschung und der Service-Orientierung gestärkt werden, die dir auch in anderen gastronomischen Berufen zu Gute kommen können. Selbstverständlich können vielfältige Jobs genutzt werden, um Kontakte zu Personen zu knüpfen. Allerdings ist die Arbeit in der Luft anders als am Boden. Streithähne können sich hier nicht einfach aus dem Weg gehen, wenn sie gerade dabei sind aufeinander loszugehen und das komplette Kabinen-Inventar auseinander nehmen. Daher werden Streitschlichtungsfähigkeiten der Stewardess in besonderem Maße auf die Bewährungsprobe gestellt. Schließlich hat sie dafür zu sorgen, dass die Situation an Bord nicht komplett eskaliert und eine anfängliche Mücke nicht droht zum Elefanten zu mutieren. Keine einfache Aufgabe, die eine ausgeprägte Service-Kompetenz voraussetzt. Am Liebsten würdest du dem nervigen Passagier einmal so richtig die Meinung geigen. Doch als gut ausgebildete Flugbegleiterin weißt du, dass dies ein absolutes No-Go ist, wenn du vermeiden willst, dass die Fetzen fliegen. Vielmehr heißt es: Bitte lächeln. Ruhig zu bleiben, während das Baby ununterbrochen schreit, der Herr wegen seiner Übelkeit ständig Brechtüten verlangt, oder die nervigen Typen aus der ersten Reihe sich über das Essen beschweren, ist das Erfolgsrezept der Stewardess. Während andere ihren Büroalltag fristen, erkundet sie außerdem Kontinente rund um den Globus und kann ihrem ständigen Drang des Fernwehs gerecht werden. Heute in Dubai, morgen in Mailand. Eine Stewardess ist stets on tour. Na, wenn das nicht nach Traumjob klingt? Im warmen Meerwasser baden oder die Hotspots der größten Metropolen der Erde einmal mit eigenen Augen sehen, bevor sich das Flugzeug auf Kurs zum nächsten Anflugsort befindet. Selbstverständlich könnte man sich noch Stunden diesen Träumen hingeben, doch an dieser Stelle ist der Zeitpunkt aufzuwachen und den Fuß aus der Traumwelt zu nehmen. Auch wenn die Stewardess viel herumkommt und einige Vorzüge in exotischen Ländern genießen kann, wird sie den Großteil ihrer Zeit mit harter Arbeit verbringen und ist allzu oft viel zu erschöpft, um den großen Weltentdecker mimen zu können. Trotzdem bildet ein Job als Stewardess sowohl auf sozialer Ebene, als auch interkulturell und geografisch.

 Von Seelentrösterin bis Servicetalent- Was muss die Stewardess eigentlich im Detail machen?

Fakt ist, dass eine Stewardess oder ein Steward eine ganze Menge mehr können muss, als der laut grölenden Männertruppe, die gerade auf dem Weg nach Mallorca ist, das nächste Bier auszuschenken oder Mr. Besserwisser ein Kissen, für den nach seiner Ansicht viel zu unbequemen Sitz, zu reichen. Sie sind gut ausgebildete Servicekräfte, die für jegliches kleine Unglück das passende Notfall-Set parat haben. Das Boarding startet und du blickst in die ungeduldigen Gesichter der Passagiere, die nur darauf warten endlich ihren Sitzplatz einnehmen zu können. Hier wird es deine Aufgabe sein, die Fluggäste freundlich zu begrüßen. Sobald die Gäste Platz genommen haben, weist die Stewardess auf die Sicherheitshinweise während des Fluges hin. Die einzelnen Instruktionen müssen dabei genau bekannt sein, denn Fehler in der Ausübung können in Notfallsituationen ernst zu nehmende Folgen haben. „Im Falle des Druckabfalls werden automatisch Sauerstoffmasken aus der Kabinendecke fallen. Zum Start stellen Sie bitte die Rückenlehne senkrecht und klappen Sie die Tische zurück.“ Na kommt dir das bekannt vor? Diese Floskeln erklingen immer dann aus den Kabinenlautsprechern, wenn die Stewardess im Gang steht und die Trockenübungen für die Sicherheit während des Fluges zum Besten gibt. Das ist elementar wichtig für ein rasches Handeln in Notfallsituationen, auch wenn die Bewegungen der Stewardess zunächst ziemlich lustig aussehen und das Verkneifen des Lachens etwas schwer fällt. Schließlich begegnet dir nicht täglich ein menschlicher Wegweiser, der seine Arme in sämtliche Himmelsrichtungen ausstreckt, um auf die Notausgänge hinzuweisen. Regelmäßig führt die Stewardess Kontrollgänge durch, um nach dem Rechten zu sehen. Das ist ganz schön anspruchsvoll. Schließlich ist das Flugzeug voll besetzt und kein Gast darf vernachlässigt werden. Das heißt: Flugbegleiterinnen muss ihre Augen überall haben. Ist jedes Gepäckstück ordnungsgemäß verstaut? Sind alle Passagiere angeschnallt? Doch damit ist noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Der Start ist geschafft, jetzt geht es um den Service, d. h. Getränke ausschenken und Speisen an die hungrigen Gäste austeilen. Kellnerin oder Kellner über den Wolken zu sein, kann dabei bedeutend schwieriger sein, als auf dem Boden. Schließlich ist der Platz im Flugzeug begrenzt. Wenn dann noch Turbulenzen hinzukommen, wird das Getränkeausschenken zum Schauspiel. Gleichgewichtssinn und Geschick sind in diesem Zusammenhang äußerst wichtig. Schließlich soll der heiße Kaffee nicht auf dem Schoß der jungen Frau landen, die direkt am Gang sitzt. Auch während des Fluges erweist du dich als kompetente Begleiterin und hast stets ein offenes Ohr für die Gäste. Erbrochenes zu beseitigen, gehört dabei sicherlich nicht zu den Lieblingsaufgaben. Dem Mädchen in der ersten Reihe ist übel und es scheint als könne sie jede Sekunde ihr Bewusstsein verlieren. Und jetzt? Bloß nicht in Panik ausbrechen! Stewardessen werden auch in Sachen erster Hilfe ausgebildet, sodass sie über notwendige Skills verfügen, um den Fluggast entsprechend zu stabilisieren. Ferner plant man als Stewardess ebenfalls Crew-Einsätze und muss sich mit verschiedenen Transportdokumenten auskennen.

 Wie kann ich Stewardess werden?

Du träumst schon lange davon einmal Stewardess zu werden?  Um den Job einer Servicekraft über den Wolken ausüben zu können, solltest du allerdings ein paar Voraussetzungen mitbringen. Wenn du das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hast, kannst du dich leider noch nicht zur Stewardess ausbilden lassen. Außerdem solltest du zumindest einen Realschulabschluss in der Tasche haben. Du bist mindestens 1,60 Meter groß? Dann kannst du beruhigt sein, denn das ist die Mindestgröße, die für einen Job als Stewardess vorausgesetzt wird. Wichtig ist auch, dass ein gewisses Körpergewicht nicht überschritten wird. Auf deiner Checkliste konntest du hinter diesen Punkten einen grünen Haken setzen? Na, dann nichts wie los zur nächsten Fachschule für Flugbegleiter. Dort wirst du in den nächsten 6 Wochen bis 4 Monaten zum Flight Attendant – so lautet die englische Bezeichnung für eine Stewardess – ausgebildet. Während dieser Zeit lernst du alle wichtigen To-Dos, die für deine spätere Tätigkeit an Bord notwendig sind. Leider wirst du innerhalb dieses Zeitraumes noch kein eigenes Geld verdienen können. Dieser Luxus wird dir erst zu Teil, wenn du fertig ausgebildete Stewardess bist und die Lizenz hast, an Bord arbeiten zu dürfen. Alle Abläufe, werden genauso wie die Bedienung der einzelnen Geräte innerhalb eines Flugzeuges, genau einstudiert. Jeder Handgriff muss sitzen.

Zum Schluss bleibt noch zu sagen: Stewardess zu sein hat seine Vor-und Nachteile. Aber so ist das nun mal im Leben – Wo Träume sind, da sind auch immer Schattenseiten, die es zu bewältigen gilt.

 

 

 

 


Beitrag von Kerstin

Kerstin
Kerstin Bruns ist Studentin der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Duisburg-Essen. Seit Juli 2014 arbeitet sie bei der YOURCAREERGROUP. Sie unterstützt unser Team tatkräftig im Bereich Online Marketing.