Ellenbogentaktiker, Verbiegungskünstler oder hilfsbereiter Kumpel – Welche Mitarbeiter-Typ hat langfristig mehr Erfolg?

Egal ob im Büro, am Point of Sale oder im Service-und Dienstleistungsbereich – Arbeitsplätze sind Orte, an denen die unterschiedlichsten Menschen aufeinander treffen. Wie man sich letztendlich gibt und in Erscheinung tritt, hängt vom Charakter ab. Während dein Kollege schon bei der nächsten Kleinigkeit an die Decke gehen könnte, bleibst du die Ruhe selbst und bist stets gut gelaunt? Ob du der Choleriker oder eher der ausgeglichene Typ Mensch bist, wird durch dein Wesen bestimmt, das dir in gewisser Weise in die Wiege gelegt wurde. Als vorbildlicher Arbeitnehmer weißt du selbstverständlich, dass ein höflicher Umgangston und ein authentischer Auftritt wichtige Skills sind. Dass man sich manchmal zusammenreißen muss, um an einem der Tage, an denen mal wieder nichts läuft, nicht die Fassung zu verlieren ist ganz normal.

Schließlich kann man einfach nicht mehr gut gelaunt sein, wenn die vorbeifahrenden Autos durch die Pfützen fahren, deine Arbeitskleidung verschmutzen und du vollkommen durchnässt auf der Arbeit ankommst. Wenn dann noch privater Stress hinzukommt, ist der Albtraum perfekt. Aber lass’ dir sagen: Den „perfect day“, der uns mit dem Schirm im Regen singen und tanzen lässt, besucht uns leider weniger häufig, als sein böses Gegenstück. Aber das ist vielleicht auch gar nicht so schlecht? Denn wüssten wir das Glücksgefühl überhaupt noch zu schätzen, wenn wir täglich in den Genuss kämen?

Schlechte Laune nicht an Unschuldige auslassen! Unterschied zwischen Anpassung und Verbiegung

Wichtig ist, dass du diese schlechte Laune nicht grundlos an deinen unschuldigen Teammitglieder auslässt. Denn sie können am Wenigsten dafür. Schließlich wird uns schon von klein auf beigebracht, höflich mit den Mitmenschen umzugehen. Das wir uns in gewissem Grade beruflich anpassen, um Erfolg zu haben, ist nichts Außergewöhnliches. Schließlich leben wir in einer Welt, die voller Werte und Normen steckt, die uns dazu verleiten uns so zu verhalten, wie es in Augen vieler als „normal“ betrachtet wird. Aber Vorsicht: Zwischen Anpassung und Motiven, wie Verbiegungen oder Ellenbogentaktiken, liegen Ozeane der Entfernung. Vielleicht kennst du auch einen Kollegen, der mit allen Mitteln versucht, die Leistungen der anderen in den Schatten zu stellen, nur um sich vor dem Chef selbst besser ins Licht zu rücken. Schließlich sind für den nächsten Monat Beförderungen angekündigt. Ob man sich damit selbst einen Gefallen tut, sei erst mal dahingestellt. Schließlich verlangen Arbeitgeber nicht umsonst in ihren Anforderungskatalogen Teamgeist. Oder ist es eher der Typ Kollege, der dich mit seinem ständigen „Meinungs-Hopping“ auf die Palme bringt und seine Ansichten ändert, wie ein Chamäleon seine Tarnfarbe?

Fakt ist jeder träumt – der eine vielleicht mehr der andere weniger- vom beruflichen Erfolg. Damit diese Erfolgsgleichung stimmt, muss die Summe aus Arbeitsleistung und der Umgang mit den Mitarbeitern in einem angemessenen Verhältnis stehen. Dennoch haben Arbeitnehmer ganz unterschiedliche Vorstellungen davon, was der richtige Weg nach oben sein könnte. Aber sind Ellenbogentaktik und die Verbiegung der eigenen Persönlichkeit tatsächlich der Schlüssel zum Erfolg? Was ist mit Werten wie Freundschaft und Kollegialität, die erstens nicht nur mehr Spaß machen, sondern auch nachhaltig zum Erfolg führen? Wir zeigen die heute einige Tipps, wie du dich nicht wie eine Marionette deiner eigenen Ziele fühlen musst, sondern schlicht und einfach du selbst bleiben kannst.

Konzentration auf die eigene Person

Wer erfolgreich sein will, sollte seine eigenen Stärken kennen und an seinen Schwächen arbeiten. Glaube an das was du kannst und habe Selbstvertrauen. Wer seine Steckenpferde im Job gezielt einsetzt, ohne dabei ständig anzuecken, ist eindeutig im Vorteil. Denn selbstbewusste und zufriedene Menschen haben es nicht nötig ihre Launen an ihren lieben Kollegen auszulassen. Und ein erfolgreiches Bild ist ja das Ziel, welches du verkörpern möchtest. Mal ehrlich. Wirklich was gebracht, hat das Dampf ablassen ja am Ende sowieso nicht, oder? Außer, dass du deine Karten bei deinen Kollegen irgendwann verspielt hast. Das soll wiederum natürlich auch nicht heißen, dass du dir alles gefallen lassen solltest. Falls deine Kritik und Anmerkungen gerecht fertigt sind, darfst du dazu gerne ein paar Takte an deine Teammitglieder loswerden, aber bleibe stets sachlich und höflich. Auch wenn es in einer aufbrausenden Situation schwer fällt. Daher mache deinem Ärger nicht sofort Luft und atme tief durch. Danach sieht die Welt in der Regel schon wieder ein bisschen anders aus.

Die für Frust und Ärger verschwendete Kraft kannst du lieber für dich selber einzusetzen und aktiv werden. Freundliche Mitarbeiter, mit denen man sich identifizieren und lachen kann, erleichtern die Schwierigkeiten im Joballtag. Warum verdient xy mehr als ich? Wieso darf mein Kollege jene Aufgabe übernehmen, von der ich schon so lange träume? Weshalb andere als Vergleichsmaßstab heranziehen? Diese „W-Fragen“ machen dir nur unnötig das Leben schwer und führen zu Neid, die dich einen Ellenbogen ausfahren lässt. Du wirst sehen, dass eine optimistische Arbeitseinstellung ebenfalls zum Erfolg führt. Dass es für den beruflichen Aufstieg kein Wundermittel gibt, liegt auf der Hand. Gib dich zunächst mit dem zufrieden was du hast, wenn du ehrgeizig und fleißig am Ball bleibst, kommt der Rest von ganz allein. Dafür brauchst du dich nicht als Querulant präsentieren. Dein Arbeitgeber wird in der Regel schon dafür sorgen, dass alle Arbeitnehmer im Verhältnis zu ihren Leistungen gerecht behandelt werden. Falls das nicht so ist, darfst du dich natürlich wehren oder dich nach Alternativen umsehen.

Authentisch sein – Sei einfach du selbst!

Sei du selbst und verbiege dich nicht. Denn andernfalls hättest du dich fragen sollen, ob du lieber Schauspieler hättest werden sollen. Arbeitnehmer, die ihren Kollegen immer wieder nach dem Mund reden, nur um besser dar zustehen, werden zur Marionette ihres eigenen Handelns. Am Anfang scheinst du die Anstrengung dahinter noch zu unterschätzen, dabei wirst du merken, dass es dich mit der Zeit selber nervt. Halte deine Hobbies und Interessen nicht hinter dem Berg, sondern sei offen für nette Gespräche und Meinungsaustausche mit deinen Kollegen. Daher kannst du ruhig deine Meinung offen äußern, falls du zu einer Thematik eine andere Sichtweise vertrittst. Dabei solltest du selbstverständlich auf einen angemessenen Umgangston deinerseits achten und sachlich kommunizieren. Der Arbeitsalltag wird dadurch viel interessanter und vielseitiger. Aber vor allem kannst du auch mal die Perspektiven wechseln und dich durch die Gespräche besser in die Situation deines Gegenübers versetzen. Vielleicht teilt er oder sie ja sogar die gleichen Sorgen wie du. Geteiltes Leid ist schließlich halbes Leid. Deine Kollegen werden dies zu schätzen wissen und dich ernst nehmen. Auch du wirst merken, dass du dich viel freier fühlen kannst. „Und wenn meine Kollegen meine Ansichten oder gar meine Art nicht akzeptieren?“ Na, dann ist das eben so. Dann hast du eventuell einfach nicht in das Team gepasst. Aber generell sind Mitarbeiter sehr tolerante Wesen, die dich auch mögen werden, wenn du einige Hobbies und Ansichten nicht direkt mit ihnen teilst. Authentisch sein ist der Schlüssel zum Erfolg. Wie heißt es so schön: Sei du selbst und genieße den Tag. Schließlich bist auch du ein Mensch, der es verdient so geschätzt zu werden wie du bist.

Wie du siehst steckt hinter der Ellenbogentaktik eine ziemlich lange Kette misslicher Umstände. Wenn man auf die Führungsetage möchte, sollte es natürlich- um den Befürworter der Ellenbogentaktik entgegen zu kommen- nicht an Durchsetzungsfähigkeit und Selbstbewusstsein fehlen. Aber auch hier sei gesagt, dass du in gewisser Weise kumpelhafte Eigenschaften mitbringen solltest. Eine Mischung aus allem wäre in diesem Zusammenhang perfekt. Nur Mitarbeiter und Führungskräfte, die ein Team haben, das ihnen den Rücken stärkt, werden erfolgreich sein können. Also lieber Finger weg von den Ellenbogen, da sie einen großen Riss im Zusammenhalt verursachen. Du erfüllst die oben genannten Kriterien? Dann bist du bereits auf dem besten Wege.

 

 

 

 

 

 


Beitrag von Kerstin

Kerstin
Kerstin Bruns ist Studentin der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Duisburg-Essen. Seit Juli 2014 arbeitet sie bei der YOURCAREERGROUP. Sie unterstützt unser Team tatkräftig im Bereich Online Marketing.