Was macht eigentlich…ein Food-Stylist?

Neue Positionsbezeichnungen sprießen wie Unkraut aus dem Boden. Fast täglich finden sich in Stellenbeschreibungen neue Titel, unter denen man sich oft gar nichts vorstellen kann. Das ist wirklich frustrierend. Wie soll man sich auf eine Stelle bewerben, wenn man nicht mal genau weiß, was sich dahinter verbirgt und welche Aufgaben einen dort erwarten?!

Wir schauen uns heute eine relativ neue und vielleicht noch nicht so bekannte Positionsbezeichnung aus der Gastronomie an, und zwar den/die Food-Stylist/in. Habt ihr euch auch schon einmal gefragt, wo die hübschen Bildchen in Kochbüchern, Magazinen etc. herkommen? Tja, dafür ist der Food-Stylist verantwortlich. Der Begriff Food Styling stammt aus dem Englischen und bedeutet soviel wie Herausputzen von Lebensmitteln. Das heißt, ein Food-Stylist ist also eine Person, die Lebensmittel besonders schön anrichtet. Meistens findet dies für ein Shooting statt. Die Lebensmittel werden also für die Kamera, egal ob Video oder Fotografie, auf einem Teller angerichtet und während des kompletten Shootings betreut. Ist der Salat nicht in sich zusammengefallen? Ist der Sahnetupfer genau in der richtigen Größe gesetzt wurden? Liegt da nicht ein Krümel an der falschen Stelle? Ein Food-Stylist hat auf all diese Kleinigkeiten zu achten. Es ist gut möglich, dass das Gericht auch noch ein zweites Mal zubereitet werden muss, wenn es tatsächlich zusammengefallen oder aus anderen Gründen nicht mehr ästhetisch anzuschauen ist. Es steckt also jede Menge Arbeit hinter den tollen Hochglanzbildern am Ende. Die entstehenden Aufnahmen werden häufig für Kochmagazine, Rezeptbücher oder ähnliches verwendet. Der Food-Stylist trägt also die Verantwortung dafür, dass der Betrachter des Bildes oder Videos am liebsten sofort alles stehen und liegen lassen möchte, um das abgebildete Gericht nachzukochen und dann zu verköstigen. Dafür muss das Gericht natürlich auch immer frisch und ansprechend aussehen. Das ist gar nicht so einfach, wie es sich anhören mag. Und vorher muss das Gericht natürlich auch zubereitet werden. Ein Food-Stylist sollte also nicht nur ein Auge für die Ästhetik haben, sondern auch ein ausgeprägtes Kochtalent sein.

Ein kleines Geheimnis der Food-Stylisten: nicht immer sind die Lebensmittel auf den Fotos wirklich echt. Kreativität ist gefragt, um mit Attrappen oder zusätzlichen Hilfsmitteln das perfekte Bild zu schießen. So sind zum Beispiel die Eiswürfel oftmals aus Plastik oder die Grillstreifen beim Steak noch nachträglich hineingebrannt. Was tut man nicht alles für ein herausragendes Ergebnis.

Sind die Speisen zubereitet und abgelichtet, schreibt der Food-Stylist noch die passenden Rezepte dazu und berechnet die Nährwerte. Außerdem kümmert er sich um die Bestellung, den Einkauf und die Entwicklung von immer neuen Rezepten.

Hier noch einmal im Überblick die Aufgaben eines Food-Stylisten:

  • Herstellung und Zubereitung eines Gerichts
  • Attraktive Herrichtung der Speise
  • Betreuung während des Shootings
  • Schreiben der Rezepte
  • Berechnung der Nährwerte
  • Bestellung/Einkauf der Waren
  • Entwicklung von neuen kreativen Ideen und Rezepten

Die Aufgaben eines Food-Stylisten bringen es mit sich, dass du auf jeden Fall Interesse am Kochen haben solltest. Momentan existiert in Deutschland noch kein eigener Ausbildungsgang, der mit dem Beruf des Food-Stylisten abschließt. Von daher empfiehlt es sich, eine Ausbildung zum Koch oder Konditor zu absolvieren. Zeichnen dich noch Ruhe, Geduld, das Streben nach Perfektion und Fingerspitzengefühl aus, besitzt du die essentiellen Voraussetzungen, um den ersten Schritt in Richtung Food-Stylist zu unternehmen.


Beitrag von Lisa N.

Lisa N.
Nach einem Masterstudium an der Universität Hamburg, habe ich erfolgreich ein Volontariat in einer PR-Agentur absolviert. Bei der YOURCAREERGROUP bin ich seit November 2014 für das B2C Marketing und den Pressebereich zuständig. Weitere Informationen zu mir gibt es auf XING.