Grün ist heutzutage das neue Schwarz – Nachhaltigkeit erobert die Branche

Jeder Mensch hinterlässt auf seinen Reisen Spuren in der Welt. Doch bleibt es leider nicht immer nur bei einem Fußabdruck im Sand… Nachhaltigkeit, oder auch Corporate Social Responsibility (CSR), wird gegenwärtig groß geschrieben: Die Forderung nach einem ökologisch, ökonomisch und sozial verantwortlichen Lebensstil wird immer lauter. Durch nachhaltige Geschäftsmodelle sollen die natürlichen Ressourcen effizienter genutzt und umwelt- oder gesundheitsschädliche Aktionen vermieden werden. Auch in der Hotellerie, Gastronomie und Touristik erhält Nachhaltigkeit einen wachsenden Stellenwert. Hoteliers als auch Gastronomen haben erkannt, dass sie mit nachhaltigen Managementkonzepten neue Gästekreise und Zielgruppen erschließen können. Allein auf ihre Sterne können sie sich nicht mehr verlassen. Die Gesellschaft wandelt sich und wird zunehmend sensibler. Immer mehr Menschen interessieren sich für Nachhaltigkeitsthemen sowie Fairness und sind bereit für Qualität und Nachhaltigkeit einen höheren Preis zu bezahlen.

Das gute Gewissen spielt bei Urlaubern auf ihren Reisen eine verstärkte Rolle, beispielsweise auch in Bezug auf die Arbeitsbedingungen und Rücksicht auf die einheimische Bevölkerung vor Ort. Dieses „grüne“ Interesse spiegelt sich auch in einer gesteigerten Nachfrage nach nachhaltigen Reisemöglichkeiten, Hotels oder auch Fairtrade-Produkten wider. Die Bandbreite an Fairtrade Produkten erstreckt sich nun mehr von Lebensmitteln wie Kaffee, über Kosmetikartikel wie Seife oder Handcreme, bis hin zu Haushaltsartikeln wie Bettwäsche. Darüber hinaus honoriert auch die Reiseindustrie grüne Initiativen, indem zum Beispiel umweltverträgliche Maßnahmen mit Sternen bei Bewertungsportalen ausgezeichnet und ökologische Hotels in gesonderten Kategorien ausgewiesen werden.

 

Wo und wie können grüne Standards umgesetzt werden?

  • Einsparung von Stromkosten: Bewegungsmelder, Dimmer, LED’s sowie solarbetriebene Beleuchtung und Induktions- statt Gas/E-Herde
  • Einsparung von Wasser durch Benutzung von Regenwasser, Sparspülungen und mehrfacher Gebrauch von Handtüchern
  • Einsparung von Energie durch wärmeisolierende Fenster, Türen und Vorhänge oder eine mit den Türen und Fenstern gekoppelte Klimaanlage, die sich automatisch beim Öffnen dieser ausschaltet
  • Vermeidung von Abfall: Verzicht auf Einwegverpackungen und Einwegwaren sowie Angebot an kleineren Portionsgrößen in der Gastronomie
  • Verwendung von Recycle-Materialien bei der Zimmereinrichtung und -ausstattung
  • Verzicht auf die Minibar und Gas-Heizpilze
  • Bevorzugter Einkauf einheimischer Produkte von lokalen und regionalen Lieferanten
  • Bereitstellung von Fahrrädern für die Gäste

 

Restaurants sollten in puncto Nachhaltigkeit u.a. auf Folgendes achten:

  • Verzicht auf „Convenience-Food“
  • Reduktion des Fleischkonsums, kreative Angebote für Vegetarier und Veganer
  • Angebot an geeigneten Gerichten für Allergiker und Lebensmittelunverträglichkeiten
  • Artgerechte Tierhaltung, Fairtrade Produkte sowie regionale und saisonale Lebensmittel
  • Nachhaltige Verbrauchsmaterialien, von Reinigungsmitteln bis hin zu Papiertüchern
  • Reduktion der Lebensmittelabfälle

 

Zudem können im Bereich „Soziales“ gemeinnützige Institutionen unterstützt und das Thema Barrierefreiheit groß geschrieben werden. Aufkleber und Hinweisschilder sind hilfreiche Mittel, um die Gäste an ihre „grünen“ Taten zu erinnern. Somit beruhigen sie ihr Gewissen und der Hotelier oder Gastronom informiert über sein Nachhaltigkeitsmanagement. Durch verantwortungsvolles und transparentes Marketing spricht er über sein Engagement und steht seinen Gästen Rede und Antwort. Neben den positiven Umweltauswirkungen, sparen Unternehmer zudem auch Energie und Kosten. Grün ist nicht immer auch teuer! Dies gilt ebenso für die Preise.
Wem zertifizierte Nachhaltigkeit also sehr am Herzen liegt, der sollte bei der Auswahl seines Hotels oder Restaurants genauer hinschauen: Viele schmücken sich mit dem Begriff, doch tatsächlich „grün“ ist dann nur der Vorgarten des Unternehmers…

 

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Beitrag von Melanie Römer

Melanie Römer