Interview: eine Studentin der Eduard-Stieler-Hotelfachschule berichtet aus ihrem Alltag

Heute berichtet dir Jennifer Herrlich (23 Jahre) aus ihrem Alltag.  Ihre Ausbildung hat sie im Münchner 3-Sterne King‘s Hotel Center absolviert. Nach ihrer Ausbildung hat sie ein Jahr lang an der Rezeption ihres Ausbildungsbetriebes (4-Sterne King’s Hotel First Class) gearbeitet. Derzeit ist sie Studentin an der Eduard-Stieler-Hotelfachschule in Fulda, wo sie sich zur staatlich geprüften Betriebswirtin ausbilden lässt.

1. Warum haben Sie sich persönlich für eine Ausbildung oder ein Studium im Bereich Hotellerie/Gastronomie entschieden? Was ist der Reiz daran?

Während meiner Schulzeit habe ich in den Ferien in einem Hotel einen Ferienjob gehabt. Schon damals hat mir die Arbeit viel Spaß bereitet. Nach der Schulzeit war mir daher schnell klar, dass ich eine Ausbildung zur Hotelfachfrau absolvieren möchte. Während meiner Ausbildung wurde in unserer Schule die Hotelfachschule vorgestellt und welche Weiterbildungsmöglichkeiten es in dieser Branche gibt. Ich bin ein Mensch der so viel lernen möchte wie es geht, zumal ich der Ansicht bin, dass es ohne Weiterbildung in der heutigen Zeit schwer ist, einen guten Job zu finden. Nach meiner Ausbildung habe ich ein Jahr in meinem Ausbildungsbetrieb an der Rezeption gearbeitet und mich währenddessen an der Hotelfachschule beworben. Mir war bereits im Laufe meiner Ausbildung klar, dass mir die Arbeit in der Branche viel Spaß macht und ich mich beruflich auf jeden Fall weiterbilden möchte.

2. Wurden Ihre Erwartungen bisher erfüllt?

Meine Erwartungen an die Hotelfachschule Fulda wurden bis jetzt erfüllt. An manchen Tagen ist es jedoch ein wenig stressig, da viele Klausuren oder Projekte stattfinden. Jedoch muss man sich immer vor Augen halten, für wen und für was man das macht. Die Projekte sind sehr wichtig, da wir Studenten das theoretisch erarbeitete in die Praxis umsetzen können. Die Planung, Organisation, Durchführung und Erfolgskontrolle werden so im Zusammenhang deutlich.  Ich merke auch, dass ich in betriebswirtschaftlichen Dingen lerne anders zu denken und mein Fachwissen sogar in meinem Alltagsleben anwenden kann.

3. Berufliche Aussichten und Ziele: Wo sehen Sie sich beruflich in zum Beispiel fünf Jahren?

Eine genaue Vorstellung habe ich noch nicht. Ich setze mir ein Ziel nach dem anderen. Der nächste Schritt nach dem Studium wird sein ins Ausland zu gehen. Ich möchte meine Fremdsprachen-Kenntnisse verbessern und mich mit vielen Kulturen vertraut machen. In fünf Jahren möchte ich auf jeden Fall eine leitende Funktion im Bereich Marketing oder auch Personalmanagement ausüben. Aber ich lasse es auf mich zukommen.

4. Resümee: Würden Sie Ihre Ausbildung oder Ihr Studium weiter empfehlen?

Ich würde das Studium nochmals anfangen und kann dieses auch weiter empfehlen. Gerade das wirtschaftliche Denken wird in der Hotelfachschule gefördert. Man gewinnt ein fundiertes Fachwissen hinzu, welches niemandem schadet. Natürlich kann man sich auch „hoch“ arbeiten, indem man mehrerer Jahre Berufserfahrung sammelt, jedoch bin ich über meine Entscheidung die Hotelfachschule begonnen zu haben immer noch glücklich und habe es auch nicht bereut.

5. Persönliche Kritik: Welcher Aspekt fehlt in Ihrer Ausbildung oder in Ihrem Studium oder wird Ihrer Meinung nach überbewertet?

Meiner Meinung nach fehlt in meinem Studium kein Aspekt der nicht behandelt wird. Um jedoch einen direkten Vergleich mit anderen Hotelfachschulen ziehen zu können, müsste ich mich mit anderen Studierenden der jeweiligen Schule unterhalten, um mir so eine eigene Meinung bilden zu können.

6. Was muss man „mitbringen“, um sich in dieser Branche wohl zu fühlen?

Diese Branche ist nicht immer ganz leicht. Es ist körperlich anstrengend und auch der ein oder andere Gast ist nicht immer ganz leicht und lässt seine Probleme an dem Personal aus. Ich bin der Meinung, dass es sehr wichtig ist, dass man gerne mit den unterschiedlichsten Menschen arbeitet. Man muss sehr offen gegenüber verschiedenen Nationalitäten sein. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass man schon eine starke Persönlichkeit braucht, um mit dem Alltagsstress klar zu kommen. Zudem sollte man sich den Stress der einem im Arbeitsalltag begegnet nicht zu sehr zu Herzen nehmen, sondern auch abschalten können. Übrigens jeder Beruf hat Stresssituationen!

7. Was war bisher der schönste Moment während Ihrer Ausbildung bzw. Studienzeit?

Der schönste Moment in meinem Studium war der, in dem ich merkte, dass sich die ganze Anstrengung lohnt und ich auch Spaß daran habe, neu Sachen zu erlernen. In unserer Hotelfachschule wird großen Wert auf die Weiterbildung der Studierenden gelegt. Beispielsweise werden während der Schulzeit zahlreiche Projekte unternommen. Sehr schön ist es zu sehen, dass wir als Studierende ernst genommen werden und auch eigene Projekte leiten dürfen.

8. Beschreiben Sie einen Tag aus Ihrem Alltag!

Um acht Uhr beginnt die Schule. Meist haben wir bis um 15.00 Uhr Unterricht. Häufig muss man nach der Schulzeit noch Ausarbeitungen in der Gruppe erledigen, sodass man schon einen straffen Tagesplan hat. Ein wichtiger Aspekt ist, dass man ein organisiertes Zeitmanagement hat und anfallende Arbeiten am besten gleich erledigt. Nebenbei arbeite ich zwei bis dreimal die Woche in einem Restaurant. Das hört sich jetzt natürlich ein wenig stressig an, jedoch habe ich auch Freizeit in der ich etwas mit Freunden unternehmen kann. Wichtig ist wie gesagt ein gutes Zeitmanagement – dann klappt es auch, das Studium, die Arbeit und die Freizeit unter einen Hut zu bekommen.

 

 


Beitrag von Barbara

Barbara
Barbara Solle studiert Anglistik und Politikwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Seit Oktober 2014 arbeitet sie bei der YOURCAREERGROUP und unterstützt unser Team im Bereich Online Marketing. Weitere Informationen zu ihr gibt es auf Xing und LinkedIn. XING.