Ist der Chef unsympathisch, wird der Job gewechselt!

Deine Toleranz gegenüber Vorgesetzten lässt immer mehr nach. Und das ist noch untertrieben: Wissenschaftliche Studien belegen, dass wir immer häufiger den Job wechseln, weil uns der Chef nicht passt. Klingt zugegebenermaßen etwas arrogant! Oder? Schließlich kannst du dir (leider) nicht aussuchen, welcher Typ Mensch dein Boss ist! Wir reden hier aber auch nicht von kleineren Missverständnissen, sondern von grundlegender Antipathie, die dir deinen Job madig macht, dich schlicht zur Kündigung treibt. Wenn du auch morgens aufwachst und dir beim Gedanken an die Arbeit direkt der ätzende Chef in den Sinn kommt, kannst du dich getrost in eine immer länger werdende Reihe von Arbeitnehmern einreihen, die früher oder später ihre Konsequenzen daraus ziehen – oder schon gezogen HABEN.

Aber woher kommt das denn? Nicht jeder Mensch, der eine Führungsposition inne hat, ist automatisch ein Monster. Liegt es vielleicht einfach nur an der zunehmenden Verantwortung, der sich dein direkter Vorgesetzter nicht gewachsen fühlt? Oder ist der- oder diejenige einfach so? Letzteres hieße ja, dass es quasi eine Art „Einstiegsvoraussetzung“ ist, möglichst unsympathisch und blöd zu sein, um mal Chef zu werden. Oder auch einfach nur Teamleiter. Denn wir reden hier nicht nur über die wirklich hohen „Tiere“, sondern auch über deine(n) direkte(n) Kollegen/in, der oder die dich täglich mit irgendwelchen Schikanen in den Wahnsinn treibt.

Immer mehr Menschen greifen jetzt zur Notlösung, ziehen für sich die Reißleine – und suchen sich einen anderen Job. Das heißt, für dich überwiegt das persönliche Wohlfühlen. Die Aufgaben können dir noch so viel Spaß machen, deine Kollegen können noch so nett sein – alles nicht genug, wenn der eine Faktor nicht passt. Permanent schlechte Stimmung am Arbeitsplatz kann dauerhaft nicht mehr gegen alle anderen positiven Aspekte ankommen. Du verzichtest lieber auf Kohle, wenn du dich dafür wohlfühlst, um es mal umgangssprachlich zu formulieren. So mancher Arbeitgeber sollte vielleicht mal ein stärkeres Augenmerk auf soziale Kompetenzen lenken, bevor er den nächsten Tyrann auf den Chefsessel hievt! Denn: Unzufriedene Mitarbeiter haben aus Unternehmenssicht noch nie etwas Gutes bedeutet. Die Wenigsten lassen ihren Ärger raus und suchen zum Beispiel ein Gespräch. Vielmehr schlägt ein schlechtes Betriebsklima bei den meisten Angestellten in stillen Protest um, in „Dienst nach Vorschrift“. In Trotz. Und das ist noch die harmlosere Variante! So manch einer nimmt sich Konflikte am Arbeitsplatz so sehr zu Herzen, dass er oder sie vielleicht eine psychische Erkrankung entwickelt! Permanente Bauchschmerzen werden so klammheimlich zum treuen Begleiter. Kopfschmerzen sind auch keine Ausnahme mehr. Ein weiteres Eigentor – dieses Mal für beide Seiten, für Arbeitgeber und Arbeitnehmer: Wer will schon ständige Krankmeldungen ins Haus flattern sehen? Und, vor allem: Wer möchte dauernd krank sein? Niemand.

Und das alles nur, weil eine einzige Person unglücklicherweise mit dir zusammenarbeitet! Aber, wie heißt es so schön: „Einsicht ist der erste Weg zur Besserung.“

Deswegen unser Tipp für dich: Hör’ auf dein Gefühl. Fühlst du dich schon länger nicht mehr wohl an deinem Arbeitsplatz? Dann ändere was! Tolerant zu sein, ist eine gute Eigenschaft, die du dir unbedingt bewahren solltest, allerdings mit gewissen Grenzen. Permanentes Durchhalten kostet dich einfach zu viel Kraft und Lebensqualität.

Aber Vorsicht: Begib‘ dich nicht auf’s Glatteis und reiche deine Kündigung erst ein, wenn du einen neuen Arbeitsvertrag unterschrieben hast.  Außerdem ist es auch nicht gerade ratsam, im Vorstellungsgespräch auf den Tisch zu packen, dass du nur wegen deines Vorgesetzten auf Jobsuche bist. Dies kann bei deinem Gegenüber den Eindruck erwecken, dass du ein kleiner Sonderling bist, ein Einzelgänger. Und so jemanden stellt man eher ungern ein. Vielleicht umschreibst du einfach die Problematik, indem du herausstellst, dass du dich auf neue Aufgaben freust? Letztendlich sind deine Beweggründe ja auch vollkommen egal, du solltest dir nur nicht selbst ein Bein stellen.


Beitrag von Barbara

Barbara
Barbara Solle studiert Anglistik und Politikwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Seit Oktober 2014 arbeitet sie bei der YOURCAREERGROUP und unterstützt unser Team im Bereich Online Marketing. Weitere Informationen zu ihr gibt es auf Xing und LinkedIn. XING.