Jobsuche leicht gemacht – so gehst du am besten vor

Du möchtest dich einer neuen Herausforderung stellen, eine neue Branche kennenlernen oder du bist unfreiwillig von deinem Chef gegangen worden? Ganz egal wie die Ausgangssituation ist, jetzt heißt es: Auf die Plätze, fertig, Jobsuche! Und da hört der Spaß auch schon wieder auf. Wer kennt das Gefühl nicht, wie der Ochs vorm Berg zu stehen, wenn Jobbörse XY bei der Suche nach dem „Restaurantfachmann“ Ergebnisse zu LKW-Fahrern ausspuckt, sich der Headhunter durch zahlreiche Rechtschreibfehler im ersten Kontaktversuch auf XING direkt ins unseriöse Abseits katapultiert und Jobmessen nur so von scheinbar hochkompetenten Mitbewerbern überflutet sind, sodass das eigene Selbstbewusstsein sofort in die Hose rutscht. Damit du bei der nächsten Jobsuche nicht endlos im Nirwana treibst, hier eine optimale Vorgehensweise à la IKEA-Montageanleitung.

Schritt 1: Wer bin ich – und was kann ich? Die Selbstanalyse!

Bevor du den Bleistift spitzt und ein „Hiermit bewerbe ich mich …“ kritzelst, solltest du dich mit dir selbst auseinandersetzen. Was kannst du besonders gut und hat dir bei der Arbeit bislang immer Spaß bereitet? Bei welchen Aufgaben hattest du Schwierigkeiten? Was wünschst du dir von deinem zukünftigen Arbeitgeber? Wie ist dein berufliches Ziel? Wer nicht weiß, was ihn ausmacht und worauf er hinarbeitet, weiß womöglich gar nicht wonach er suchen soll und hat später Schwierigkeiten sich in einer Bewerbung und im Vorstellungsgespräch überzeugend darzustellen.

Zu einem persönlichen Stärken-Schwächen-Profil gehören zum Beispiel deine Eigenschaften und Fähigkeiten. Wenn du beispielsweise an einem 12-Stunden-Arbeitstag über die schmerzenden Füße hinweg sehen kannst und jeden Gast immer noch mit einem freundlichen Lächeln begrüßt, ist Belastbarkeit sicherlich eine deiner Stärken. Organisationstalent, Kreativität, Servicebereitschaft oder Kritikfähigkeit sind weitere Beispiele für diese Rubrik. Nun zu den fachlichen Kompetenzen. Der Ausziehtisch wird zum „striptease table“ und bei der nächsten Aufgabenstellungen „stand you on the pipe“? In diesem Falle gehören Fremdsprachenkenntnisse zu den Qualifikationen, die durchaus Aufbaupotentiale bergen. Dagegen macht dir in Excel so schnell niemand etwas vor und auch in Opera schlägst du den Rekord im Reservierungen-Einbuchen? Ein klarer Pluspunkt für dich! Step by Step puzzelst du so dein Profil zusammen. Falls du noch keine Berufserfahrung sammeln konntest, denke an deine Schul- und Studienzeit. Welche Kenntnisse nimmst du aus der Vertriebs-Vertiefung deines Studiums mit? Bei welchen Fächern konntest du besonders glänzen und haben dir bereits absolvierte Praktika interessante Einblicke gewährt, in denen du dich schon beweisen konntest? Am Ende des Tages weißt du wahrscheinlich mehr über dich als du erwartet hast.

Für deine Wunschvorstellungen an einen Arbeitgeber fallen dir sicherlich schnell ein paar wichtige Dinge ein. Denke einfach an die Sachen, die dich bei den bisherigen Jobs immer gestört haben. Stressige Überstunden, die zuletzt noch mit einem „Warum hat Tisch 3 noch keine Getränke?“ belohnt wurden und eine fehlende Einarbeitung sind zwar an der einen oder anderen Stelle in der Hotellerie und Gastronomie kaum zu vermeiden, sollten aber nicht zum Regelfall werden. Wichtige Kriterien könnten außerdem Weiterbildungsmöglichkeiten und Arbeitsplatzsicherheit sein. Ausreichend Moneten in der Tasche sind zwar ohne Frage sehr wichtig, in diesem Falle aber eher an unterer Stelle zu platzieren.

Und zum Schluss: In welcher Position, in welcher Stadt, mit welchem Gehalt und in welchem Unternehmen siehst du deine Zukunft? Worauf arbeitest du hin? Mache dir eine realistische Vorstellung von dem, was dich in einigen Jahren zufrieden stellen, was dich fördern und fordern würde. So kannst du dir jetzt Gedanken über den Weg dorthin machen.

Schritt 2: Mein zweites Ich im Internet

Du weißt jetzt was du kannst und was du möchtest. Doch bevor du dich auf Stellensuche begibst, solltest du dich dem Internet widmen. Schon mal deinen Namen bei Google eingegeben? Dass Bilder, auf denen du halbnackt mit der Flasche Wodka in der Hand die Tanzfläche rockst von der Internetbildfläche verschwinden sollten, versteht sich von selbst. Auch für das Profilfoto auf Facebook empfiehlt sich ein neutrales Bild. Gemeint ist dabei nicht dein Bewerbungsfoto mit zugeknöpftem Hemd, sondern lediglich ein Bild von einer nett lächelnden Person, die eine gewisse Sympathie rüberbringt.

Gefährliche Partyfotos auf der einen Seite, gute Unterstützung bei der Jobsuche auf der anderen Seite. Das Internet-Zauberwort lautet: Soziale Netzwerke. Keine Angst, dein Facebook-Profil kann gern weiterhin nur für die neuesten Witze und das Verbreiten von Partylegenden genutzt werden. Vielversprechender sind dagegen XING, Linkedin und Co. Bei diesen Netzwerken rund um die Themen Beruf, Karriere und Jobsuche legst du dir ein berufliches Profil an. Lieblingssendungen, das Tageshoroskop oder Farmville werden durch deine gewonnenen Erkenntnisse aus Schritt 1 ersetzt. Erstelle ein Profil, das dich von anderen Usern unterscheidet.

Schritt 3: Wo finde ich meinen Traumjob?

Internet, Tageszeitung, Karrieremessen, Personalvermittler – viele Wege führen nach Rom.

    • Online Jobbörsen: Sie sind das beliebteste Mittel um den Traumjob zu finden. Eben ganz bequem in Jogginghose vom Sofa aus. Mittlerweile tummeln sich eine Menge Stellenportale im Netz. Neben branchenübergreifenden Jobbörsen, existieren auch Spezialjobbörsen, wie HOTELCAREER. Diese beinhalten ausschließlich Stellenanzeigen aus der Hotellerie, Gastronomie und Touristik. Wo du dich auch im Netz herumtreibst, wähle sorgfältig deine Suchbegriffe aus und variiere deine Schlagworte, sonst verschleppt  man dich möglicherweise beim Suchbegriff „Service“ ganz schnell in die Kategorie „Escort“. Um Up-to-Date zu bleiben, kannst du dir zudem wöchentliche Mails – Jobfinder –  mit neuen Angeboten zuschicken lassen. Falls die Möglichkeit besteht deinen Lebenslauf online abzuspeichern, ist dies eine gute Gelegenheit, gefunden zu werden, wenn Firmen selbst auf Personalsuche gehen.
    • Karrieremessen: Messen, wie beispielsweise unsere Recruiting Days, bieten sich perfekt an, um sich gleich mal persönlich vorzustellen. Auch wenn du dort in deiner Freizeit hin marschierst, ist eine gute Vorbereitung notwendig. Informiere dich über die anwesenden Unternehmen, checke deren ausgeschriebene Stellen und bring am besten gleich deine Bewerbungsunterlagen mit. In unserem Blog gibt es nützliche Tipps für die Erstellung eines überzeugenden Anschreibens mit Lebenslauf. Jobmessen haben den Vorteil, dass du auf keine Einladung warten musst. Das heißt, du packst deine sieben Sachen und drückst dem Personaler vor Ort selbstbewusst deine Bewerbungsunterlagen in die Hand. Wenn du schon mal da bist, mach nicht gleich wieder die Biege. Ergreife die Chance, dich persönlich vorzustellen. Nutze die paar Minuten, die man dir am Messestand gibt und erzähle kurz, prägnant und ohne jegliche tragische Familiengeschichte wer du bist und was du möchtest. Für den Fall, dass dir weitere interessante Firmen über den Weg laufen, auf die du zuvor gar nicht gesetzt hattest, kannst du vorsichtshalber einige lose Lebensläufe mitnehmen. Diese kannst du gegebenenfalls interessierten Personen weiterreichen.
    • Unternehmenswebseiten: Du hast deinen Traumarbeitgeber schon ins Auge gefasst? Dann forste dich dort durch die Stellenausschreibungen. In den meisten Fällen bieten Hotels gleichzeitig Online-Portale an, über die du dich direkt bewerben kannst.
    • Soziale Medien: Dein aussagekräftiges Profil hast du schon angelegt. Nutze nun die Möglichkeit von XING und Co., um Ausschreibungen zu suchen und vor allem Kontakte zu knüpfen. Alte Mitschüler, Kommilitonen, ehemalige Kollegen und Freunde bieten sich perfekt dafür an. Wer weiß, vielleicht arbeitet ja Klassenclown Bernd aus der 10. Klasse in einem schicken 5-Sterne-Hotel und kann deine Bewerbung weiterleiten? Es wird immer wichtiger jemanden zu kennen, der jemanden kennt, der jemanden kennt. Ist ja auch nicht verwunderlich, dass sich der Chef von persönlichen Empfehlungen mehr verspricht als von einem anonymen Bewerber einer Jobbörsen.
    • Neben Vitamin B ist das Netzwerken deshalb so wichtig, weil du durch Kontakte an interne Stellenausschreibungen gelangst. Es kommt nicht selten vor, dass offizielle Ausschreibungen bereits besetzt wurden und nur noch aus Konkurrenzgründen im Netz stehen: „Seht her, unser Unternehmen wächst und sucht nach neuen Leuten“. Schön für den Betrieb, schlecht für dich. Sei also schneller und frage direkt nach vakanten Jobs in den Unternehmen deiner Kontakte.
    • Personalvermittler: Immer mehr Unternehmen lassen andere die Arbeit für sich machen. Personalvermittler, auch Headhunter genannt, suchen im Auftrag renommierter Betriebe und durchforsten dabei insbesondere soziale Netzwerke. Mit einem aussagekräftigen Profil hast du daher schon die halbe Miete zusammen. Andersherum kannst du aber auch direkt Kontakt zu ihnen aufnehmen und dich selbst für interessante Stellen ins Gespräch bringen.

Schritt 4: Der Stellenanzeigen-Check

Die Suche war lang und schwer, die Nerven liegen blank und die Verzweiflung naht. Am Ende des Horizonts ist sie dir aber schließlich begegnet: Die Stellenausschreibung auf die du immer gewartet hast.

In der Regel stellt sich jedes Unternehmen vor der Stellenbeschreibung kurz vor. Dies ist keine langweilige Lückenfüllerei mit „Wir können alles, haben alles und wollen nun auch dich“. Nutze das Selbstporträt für einen ersten Eindruck vom Unternehmen. Nicht jeder möchte beispielsweise in einem kleinen Familienbetrieb arbeiten oder aber der Schickeria in St. Moritz jeden Wunsch von den Augen ablesen. Die Unternehmenspräsentation gibt dir die ersten Rahmenbedingungen des Betriebs, über die du dich zusätzlich auf der eigenen Webseite und im gesamten Internet schlau machen kannst. Wenn dir das Unternehmen und seine Philosophie gefällt, geht es weiter.

Lass dich nicht von einer Stellenanzeige einschüchtern, die nach einem achtarmigen Kellner sucht. Natürlich versucht ein Hotel, ein Restaurant oder ein Reiseveranstalter den perfekten Mitarbeiter zu finden. Wenn aber etwa 60-70% der Ausschreibung zu dir passen, darfst du gern einen Versuch starten. Schau dir genau an, welche Fähigkeiten du mitbringen musst und welche nur als wünschenswert angegeben sind. Welche deiner bisherigen Erfahrungen kannst du im Betrieb einbringen? Ein konkreter Abgleich deines Profils mit der Stellenausschreibung zeigt dir sofort, welche deiner Stärken du unbedingt ins Bewerbungsanschreiben einbauen solltest. Fehlen dir gefragte Kompetenzen, ignoriere sie im Anschreiben nicht. Geht es beispielsweise um ein Computerprogramm, das du nicht beherrschst, erwähne ähnliche Systeme, mit denen du gearbeitet hast und weise deswegen auf eine schnelle Einarbeitung mit den neuen Gegebenheiten hin. Am wichtigsten ist, dass du dem Unternehmen aufzeigst, welchen Vorteil bzw. Gewinn es mit dir hat. Je nachdem, ob das Unternehmen Bewerbungen per Mail, per Post oder über sein Bewerbercenter wünscht, ist es ratsam sich daran zu halten. Wir wollen doch nicht, dass die Bewerbung unter den Tisch fällt.

…Nachdem du dich nun also todesmutig auf deinen Traumjob beworben hast, drücken wir die Daumen, dass alles weitere so klappt wie du es dir vorstellst. Sei bei Absagen nicht allzu schnell enttäuscht. Es gibt durchaus Bewerber, die bis zu 40 Anschreiben in die Tasten gehauen haben, um endlich ans Ziel zu gelangen. Damit du wegen der anstehenden Vorstellungsgespräche keinen Nervenzusammenbruch erleidest, geben wir dir auf den folgenden Seiten nützliche Tipps rund um die Themen Kleidung, beliebte Fragen, Fettnäpfchen, Körpersprache, u.v.m.

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Gastbeitrag von: Nicole Girod

Nicole Girod ist Studentin der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Duisburg – Essen. Seit Mai 2013 unterstützt sie unser Team tatkräftig im Bereich Online-Marketing.

 


Beitrag von Lisa N.

Lisa N.
Nach einem Masterstudium an der Universität Hamburg, habe ich erfolgreich ein Volontariat in einer PR-Agentur absolviert. Bei der YOURCAREERGROUP bin ich seit November 2014 für das B2C Marketing und den Pressebereich zuständig. Weitere Informationen zu mir gibt es auf XING.