Lebenslauf auf Englisch! Wie schreibe ich einen CV?

Wir leben in einem Zeitalter, das voller Möglichkeiten steckt. So verschlägt es viele Menschen immer wieder ins Ausland. Viele Studierende nutzen die Möglichkeit eines Auslandsemsesters, um ihren Horizont zu erweitern, ihre Berufschancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern oder einfach Erfahrungen rund um den Globus zu sammeln. Auch Auslandspraktika sind immer beliebter. Sie werden von vielen potenziellen Arbeitgebern beispielsweise in der Hotellerie und Gastronomie immer gerne gesehen. Fakt ist, dass man irgendwann im Leben an dem Punkt angelangt ist, der einen englischen Lebenslauf unausweichlich werden lässt. Denn auch für Arbeitsangebote außerhalb Deutschlands gilt es, aussagekräftige Bewerbungsunterlagen einzureichen. Klingt logisch – denkt man sich im ersten Moment. Also her mit der deutschen Vita und los geht es mit dem Übersetzmarathon. Das wäre schön. Schnell wird der motivierte Tatendrang von einem aufkeimenden Gefühl der Ratlosigkeit gebremst. Denn es ist gar nicht so einfach den deutschen Lebenslauf in die englische Sprache zu übersetzen. Zudem gibt es einige Unterschiede im Aufbau und im Design des Curriculum Vitae (kurz CV) – so wird der englische Lebenslauf bezeichnet. Ergebnis: Die Erstellung des CVs entpuppt sich schnell zu einer Arbeit, die man gerne ein paar Tage vor sich her schiebt. Doch wie heißt es so schön: „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen“. Die Umsetzung gestaltet sich zunächst schwierig. Verständlich! Heute erhältst du einige Tipps und Schritte, mit deren Hilfe dir die Bearbeitung deines Projektes „Englischer Lebenslauf“ garantiert leichter fallen wird.

 

Zunächst kurz zum Aufbau!

Schaut man sich den Aufbau eines CVs an, gerät man direkt ins Staunen. Wieso? Eigentlich geht es doch nur darum, die einzelnen Lebensstationen ansprechend und unter Einhaltung gewisser Regeln zu dokumentieren!? Richtig! Doch im CV startet der Bewerber die Aufzählung beruflicher und schulischer Leistungen rückwärts. Eigentlich keine schlechte Idee, denn dadurch kann dein neuer Arbeitgeber sofort sehen, was du zuletzt gemacht hast. Das Umdenken ist zunächst ungewohnt, denn in Deutschland gehen wir in der umgekehrten Reihenfolge vor. Damit wäre die erste Hürde genommen. Aber es heißt ja nicht umsonst: Schritt für Schritt zum englischen Lebenslauf, wenn da nicht noch einiges mehr zu beachten wäre. Des Weiteren besteht keine Pflicht Angaben zum Familienstand oder zur Nationalität zu machen. Warum nicht? Hintergrund ist die Einschränkung der Diskriminierung. Es steht dir sogar frei, dein Geburtsdatum preis zu geben. Der Lebenslauf ist fertig gestellt und du bist mit dem Ergebnis zufrieden? Jetzt noch schnell ein Datum und die Unterschrift hinzufügen…Halt! Der CV verzichtet auf ein Datum und ein Autogramm von dir. Die maximal zulässige Höchstlänge von zwei Seiten sollte man ebenfalls nicht überschreiten.

Die Gliederung – Welche Unterpunkte nehme ich in meinen CV auf?

Folgendes Gliederungsschema kannst du verwenden. Wenn dir eine andere Reihenfolge sinnvoller erscheint, um dich von deiner „Schokoladen-Seite“ zu zeigen, kannst du einzelne Bausteine auch anders anordnen.

Personal Details (=Persönliche Daten): In dieser Kategorie kannst du deinen Namen und deine Kontaktdaten zusammenfassen.

Job Objective (= Berufsziel): Unter diesem Punkt solltest du beschreiben, warum du dich genau für den Job interessierst, den du mit deiner Bewerbung versuchst zu erlangen. Gebe dem Personaler die Möglichkeit zu sehen, was du beruflich gewillt bist zu erreichen und in welche Richtung du dich in etwa bewegen möchtest.

Personal Profile (=Persönliches Profil): Du kannst dich gut in Szene setzen? Gut, denn jetzt sind Fähigkeiten im Selbstmarketing gefragt. In Deutschland taucht dieser Bereich häufig erst im Vorstellungsgespräch auf und zwar, wenn die bekannte Frage „ Erzählen Sie doch einmal etwas über sich“ gestellt wird. In europäischen Ländern ist das persönliche Profil nicht zwingend in den Lebenslauf aufzunehmen. In Amerika ist es allerdings Pflicht. Wie lang darf das persönliche Profil sein? Verfasse eine kurze Beschreibung von dir und wähle passende Adjektive, die deine Persönlichkeit möglichst kurz und treffsicher beschreiben. Für diesen Teil des Lebenslaufes sollte ausreichend Zeit zur Verfügung stehen. Du gibst einen großen Teil deiner Persönlichkeit preis, auch wenn es nur ein bis zwei Sätze sind, die du formulierst. Falsch gewählte Wörter oder Begriffe können dazu führen, dass man dem Arbeitgeber ein Bild vermittelt, das völlig fernab der Realität liegt. Man sollte selber verstehen, was man da eigentlich aufschreibt. Hier sind diejenigen im Vorteil, die Sicherheit im englischen Wortschatz haben.  Ein gesundes Maß an Ehrlichkeit, Authentizität und Selbstbewusstsein sind der Weg zum Erfolg.

Work Experience and Education (=Berufliche Erfahrungen und Bildung): Der Unterschied zum deutschen Lebenslauf ist in diesen Bereichen eher gering. Berufliche Erfolge sollten anschaulich dargestellt werden, achte aber darauf diese rückwärts aufzulisten. Gleiches gilt für die Schulbildung oder bereits absolvierte Praktika. Doch nur die Nennung der Arbeitsorte reicht nicht aus! Der englische Lebenslauf erfordert eine kurze Beschreibung, welche Tätigkeiten erworben werden konnten.

Additional Skills (=weitere Fähigkeiten): Diese Kategorie kennen viele bereits aus dem deutschen Lebenslauf. Du bist ein Spezialist in den einzelnen Programmen von Microsoft Office oder hast eine ganze Menge von Sprachen erlernt, die du fließend beherrschst? Dann dürfen diese selbstverständlich auch im englischen Lebenslauf zur Schau gestellt werden. Oft müssen sogenannte TOEFL-Tests absolviert werden, bevor man ins Ausland geht. Den erfolgreichen Abschluss kann man ebenfalls unter diesem Punkt aufnehmen. Damit kann gezeigt werden, dass man der englischen Sprache durchaus mächtig ist.

Personal Interests (= Hobbys und Freizeitaktivitäten): In Deutschland schreiben wir in diese Kategorie beispielsweise Reisen, Lesen, Sport und vieles mehr. Für den englischen Lebenslauf ist diese Aufzählung nicht ausreichend. Jedes Hobby sollte genauer erklärt werden. Wie soll ich das denn machen? Du könntest berichten, wie lange du dein Hobby betreibst, welche Bedeutung es für dich hat. Daher ist es ratsam, nicht zu viele zu nennen, sondern sich nur auf die wichtigen Hobbys zu beschränken.

References (=Referenzen) In einer englischen Bewerbung werden keine Arbeitszeugnisse oder Bescheinigungen dieser Richtung beigelegt. Aber wie soll mein künftiger Arbeitgeber denn dann erkennen, wie es um meine Arbeitsweise bestellt ist? Ganz einfach. Du gibst zwei Ansprechpartner an, mit denen du während deiner Laufbahn in Kontakt getreten bist. Du könntest beispielsweise deinen Professor aus der Uni fragen, ob er für mögliche Fragen zu deinen akademischen Leistungen Rede und Antwort steht. Man kann auch „References available on request“  in den Lebenslauf schreiben.

Das Design – Präzise und übersichtlich

Deutsche Lebensläufe setzten bestimmte Standards an das Format voraus, die allseits bekannt sind. Wer einen CV erstellen will hat Glück, denn im englischsprachigen Raum gelten ähnliche Normen. Übersichtlichkeit, sowie eine klare und strukturiere Gliederung aller Punkte, sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Die wichtigsten Informationen sind kurz, aber verständlich zusammenzufassen, um dem Gegenüber schnell und einfach ein Bild vom Bewerber zu vermitteln. Nicht zu vergessen sind Sauberkeit und Ordnung. Behalte dies stets im Hinterkopf, wenn du dich an die Erstellung deines CV begibst. Doch einen wesentlichen Unterschied sollte man sich zwingend merken. Du hast dich in Schale geworfen und ein schönes Bewerberbild von dir machen lassen? Leider müssen wir dich enttäuschen, denn der englische Lebenslauf verbietet ein Foto von dir- es ist sogar ein absolutes No-Go! Aber es ist aus Gründen der Gleichberechtigung nicht unbedingt von Nachteil.

Weitere Tipps

Wer sich für einen Auslandsaufenthalt in einem Land der EU entscheidet, kann einen europass- Lebenslauf erstellen, der in allen Sprachen der EU verfügbar ist.  Er ist kostenlos unter folgendem Link erhältlich.

www.europass.cedefop.europa.eu.

Nähere Infos hierzu können unter http://www.europass-info.de/index.php?id=114 abgerufen werden.

Viel Erfolg bei der Erstellung deines englischen Lebenslaufs. Wir wünschen eine lehrreiche und schöne Zeit im Ausland 😉

 

 


Beitrag von Kerstin

Kerstin
Kerstin Bruns ist Studentin der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Duisburg-Essen. Seit Juli 2014 arbeitet sie bei der YOURCAREERGROUP. Sie unterstützt unser Team tatkräftig im Bereich Online Marketing.