Mobiles Arbeiten macht produktiver!

Mobiles Arbeiten – diese Wortschöpfung lässt spontan die unterschiedlichsten Interpretationen zu. Arbeit zum Mitnehmen. Das berühmte Home Office! Unterwegs im Zug das Notebook einstöpseln! Beim mobilen Arbeiten sind der kreativen Umsetzung einfach keine Grenzen gesetzt. Denn, wie der Name schon sagt: Du kannst deine Arbeit von überall erledigen und musst dafür nicht an einem festen Ort sitzen. Klingt äußerst verlockend, aber ist dieses Konzept wirklich so erfolgreich, wie man immer hört? Auf den zweiten Blick birgt es natürlich auch die Gefahr des Schlendrians. Es ist einfach menschlich, sich unbewusst etwas zurückzulehnen, wenn dir nicht die ganze Zeit jemand auf die Finger schaut. Und wenn es zudem vielleicht nicht mal klare „Ansagen“ gibt, bis zu welchem Datum du zum Beispiel ein bestimmtes Projekt abgeschlossen haben sollst, erst recht.

Um wirklich die Produktivität eines Mitarbeiters zu steigern, müssen daher klare Regeln her. Schließlich soll ja nicht nur große Freiheit winken, du musst auch deine Arbeit noch irgendwie schaffen. Als allererstes ist dafür, wie immer, die Kommunikation entscheidend. Am besten steckst du im Vorhinein klare Ziele mit deinem Vorgesetzten ab. Dann wissen beide Seiten, dass auch was getan wird und können beruhigt sein. Eine weitere Idee ist in dem Zusammenhang die Abwechslung! Du solltest dich vielleicht nicht für immer zum Beispiel ins Home Office „verbannen“ lassen, sondern dir bestimmte Tage als feste Bürotage einplanen. So manches Missverständnis entsteht manchmal leider doch, wenn man nur über Emails und Telefon zum Beispiel mit Arbeitskollegen kommuniziert.

Klingt ja alles recht vielversprechend. Fakt ist aber: Viele Unternehmen sind von der Idee des mobilen Arbeitens nach wie vor nicht sonderlich begeistert. Dabei ist es wissenschaftlich belegt, dass es die Mitarbeiter deutlich zufriedener macht und sie sich über eine andere, zusätzliche Art der Wertschätzung freuen. Schließlich bedeutet es ja auch einen großen „Vertrauensvorschuss“, wenn man dir zutraut, deine Arbeit auch in einer Hängematte auf Barbados gut erledigen zu können. Dazu kommt, dass du oftmals automatisch dazu neigst, eher mehr als weniger zu arbeiten, denn es ist einfach bequemer, sich in Ruhe nochmal so manches durch den Kopf gehen zu lassen und du hast seltener das Gefühl, pünktlich auf die Minute alles fallen lassen zu müssen. Kann also auch nicht unbedingt einen Nachteil für deinen Arbeitgeber bedeuten.

Warum sind dennoch so wenig Arbeitgeber von diesem Konzept überzeugt?! Zum einen, weil, wie eingangs gesagt, die Faulheit sehr verlockend sein kann. Für manche vielleicht ZU verlockend. Tatsächlich lässt es sich ja aber auch (einigermaßen) „überprüfen“, ob du wirklich gearbeitet hast oder nicht, vor allem, wenn du im Team arbeitest. Ebenfalls gerne angebracht wird das Argument des Zeitmanagements. Wenn du allgemein etwas unter Organisationsschwierigkeiten leidest, könnte mobiles Arbeit das Fass zum Überlaufen bringen: Plötzlich fallen dir die unterschiedlichsten Sachen ein, die du plötzlich total dringend noch zu erledigen hast. Da kann das Wäscheaufhängen durchaus Tag füllend sein. Und das weiß eben auch dein Chef. Das Totschlagargument ist aber: Präsenzpflicht zieht eine klare Trennlinie zwischen Arbeit und Privatem. Und das wiederum ist in beiderlei Sinne. Ein Arbeitgeber möchte dir nicht permanente Überstunden bezahlen müssen, die du vielleicht nicht machen würdest, wenn du vor Ort wärst und du selbst kannst deutlich leichter bewusst Feierabend machen, indem du das Gebäude verlässt.

Alles in allem gibt es unzählige Argumente für beide Seiten. Fest steht aber: Nicht alle Berufsgruppen können überhaupt von überall arbeiten. Zumindest die Möglichkeit zu haben, gibt dir als Arbeitnehmer jedoch definitiv eine zusätzliche Wertschätzung deiner Arbeit – und deiner Person. Und dieser Kompromiss reicht den Meisten oft (zumindest eine Zeit lang) vollkommen aus. Solltest du nun unglücklicherweise zu denjenigen gehören, denen mobiles Arbeiten – aus welchen Gründen auch immer – verwehrt bleibt, lass‘ den Kopf nicht hängen. Manches braucht eben seine Zeit – und beim nächsten Mitarbeitergespräch kannst du das Thema vielleicht erneut zur Sprache bringen.


Beitrag von Barbara

Barbara
Barbara Solle studiert Anglistik und Politikwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Seit Oktober 2014 arbeitet sie bei der YOURCAREERGROUP und unterstützt unser Team im Bereich Online Marketing. Weitere Informationen zu ihr gibt es auf Xing und LinkedIn. XING.