Motiviert mehr Geld automatisch zu mehr Arbeitseifer?

Arbeiten wir in erster Linie des Geldes wegen oder aber weil uns die Arbeit erfüllt? Ohne Frage, antworteten hierauf sicherlich 80 Prozent, dass für sie eine Arbeit, die Freude bereitet wichtiger ist. Doch es kann auch nicht verleugnet werden, dass ein höheres Gehalt automatisch als Motivator funktioniert und oftmals die treibende Kraft hinter so mancher Jobwahl ist.

Geld allein macht nicht glücklich, aber es beruhigt ungemein

Zu wissen, dass man sich Dinge leisten kann und dafür nicht jeden Cent einzeln umdrehen muss, das ist sicherlich ein erstrebenswertes Ziel. Klar ist auch, dass es so ganz ohne ein Existenzminimum nicht geht. Ein faires Grundeinkommen muss gewährleistet sein, damit die Arbeit dauerhaft Spaß macht. Aber darüber hinaus? Motivieren mehr Geld oder eine Gehaltserhöhung wirklich?

Diese Frage beschäftigt Ökonomen und Psychologen gleichermaßen. Tatsächlich basieren die meisten Arbeitsstrukturen auf dem Glauben, dass eine monetäre Entschädigung oder zumindest ertragsabhängige Boni eine wesentliche Motivation für die Arbeitsleistung sein können. Oder kurz gefasst: Je mehr man den Leuten bezahlt, desto bessere Ergebnisse erzielen sie angeblich. Die Frage ob ein höheres Gehalt nun also motiviert, ist natürlich nicht neu. Genauso wenig wie die Frage, ob Geld den Charakter verdirbt. Doch kann es einen solchen Zusammenhang überhaupt geben? Umgekehrt würde ja auch keiner behaupten, dass Geldmangel den Charakter verbessert. Oder etwa doch?

Ab wann wird eine Gehaltserhöhung als motivierend empfunden?

Ein Management-Professor an der Universität von Northern Iowa, untersuchte, ab welchem Anteil eine Gehaltserhöhung motivierend, beziehungsweise demotivierend wirkt. Resultat: Erst ab einem Plus von sieben bis acht Prozent fühlten sich die Mitarbeiter ausreichend gewürdigt, sodass sie angaben sich künftig mehr anstrengen zu wollem. Darunter hatte die Gehaltserhöhung allenfalls den Halbwerts-Effekt eines “Amuse-Gueules”. Im zweiten Versuch drehte der Forscher den Spieß allerdings auch noch einmal herum und erforschte, wie groß ein Gehaltsminus ausfallen muss, um demotivierend zu wirken. Ergebnis: Haben Arbeitnehmer nur fünf Prozent weniger in der Tasche als bisher, reagierten sie maximal verärgert darauf. Und natürlich arbeiten sie unmittelbar danach auch weniger hart und engagiert. Doch ist das wirklich so simpel? Was motiviert Mitarbeiter wirklich?

Echte Anreize stehen in direktem Zusammenhang zur Arbeit selber

Macht die Arbeit im Team Spaß?

Fakt ist: Menschen sind soziale Wesen und Unternehmen sind soziale Organisationen. Auch wenn man eine Zeit lang für sich wurschtelt – Kooperation, Zusammenarbeit sowie Anerkennung und Ermutigung durch andere, kurz Teamgeist ist das, was wir im Job neben einer sinnvollen Arbeit vor allem suchen.

Gehe ich einer sinnvollen Arbeit nach?

Das Gefühl, nur unbedeutende Aufgaben zu übernehmen, lähmt auf Dauer jede Motivation. Jeder Mensch möchte erleben, dass seine Arbeit Mehrwert schafft, dass sie wichtig und vor allem unverzichtbar ist. Wenn Arbeitgeber ihren Mitarbeitern genau dieses Gefühl vermitteln, weckt dies ihren Eifer.

Herrscht eine gerechte Bezahlung (wobei an dieser Stelle keine überdurchschnittliche Bezahlung gemeint ist)?

Dieser Punkt bezieht sich auf das Thema Transparenz. Natürlich weiß man nicht, bei jedem Kollegen mit dem man sich das Büro teilt, was dieser  jeden Monat Netto so heraus bekommt, jedoch ist es wichtig, dass Prämien und Boni transparent und vor allem gerecht erfolgen. Nichts ist dem Arbeitseifer abträglicher als das Gefühl ungerecht bezahlt zu werden.

Lobt mich der Chef oder nimmt er meine Leistung erst gar nicht wahr?

Geld ist der Mühe Lohn, aber es kompensiert niemals fehlende Anerkennung. Egal, was man entwirft oder produziert – man möchte, dass das Kollegen und Kunden registrieren, vor allem wenn es gut war. Lob ist eine Form von Beachtung, eine besonders positive. Aber auch sachliche und faire Kritik gehört dazu. Und gerade bei Leistungsträgern kann man gar nicht genug Tamtam um ihre Verdienste machen. So werden sie  zum Vorbild und Ansporn für andere.

Lässt man mir freie Hand in dem was ich tue?

Viele Angestellte streben einen Job an, in dem sie unabhängig in ihren Entscheidungen, in ihrem Schaffen und ihrem Arbeitsalltag sind. Permanent Rechenschaft abzulegen und einzelne Entscheidungen zu erklären, kann die eigene Motivation schmälern. Und tatsächlich sind Freiheit und Selbstbestimmung enorm große Antriebskräfte.

In diesem Sinne gilt: Winkt das große Geld, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass man auch zufriedener ist. Vielmehr hängt dies von verschiedenen Faktoren ab, wovon eine kleine Auswahl bereits oben erwähnt wurde. Wenn du dich jedoch einmal richtig ausgebeutet fühlst, solltest du versuchen mehr für dich herauszuschlagen. Beachte dabei jedoch, dass du die Gehaltsverhandlung mit dem Chef gut durchdacht angehst. Lege dir dafür vorab unschlagbare Argumente zurecht und überlege dir eine gezielte Verhandlungsstrategie.

 

 

 

 

 


Beitrag von Lisa N.

Lisa N.
Nach einem Masterstudium an der Universität Hamburg, habe ich erfolgreich ein Volontariat in einer PR-Agentur absolviert. Bei der YOURCAREERGROUP bin ich seit November 2014 für das B2C Marketing und den Pressebereich zuständig. Weitere Informationen zu mir gibt es auf XING.