Nischen-Hotels – Die Trendsetter der Branche?

Ob für Romantikliebhaber, Hundefreunde  oder Partyurlauber – für fast jede Vorliebe gibt es ein passendes Hotel. Immer mehr Hoteliers spezialisieren sich heutzutage, um aus der Masse hervorzustechen. Die Bedürfnisse der Hotelgäste werden stets extravaganter und das Reisen individueller. Wie schaffen es Hotels sich zielgruppenspezifisch auszurichten und am Markt zu positionieren? Lohnt sich die Abkapselung von der Masse hin zum persönlichen Geschmack eines Hotelgastes?

Bereits 1980 hatte Michael E. Porter die Notwendigkeit bestimmter Marktstrategien erkannt, um sich einen relevanten und nachhaltigen Wettbewerbsvorteil gegenüber seinen Konkurrenten zu sichern. Seine Wettbewerbsmatrix enthält neben der Kostenführerschaft und der Differenzierung auch die so genannte Nischenstrategie. Letztgenannte beinhaltet die Fokussierung auf ein bestimmtes, klar abgegrenztes Marktsegment  mit einer eindeutig definierten, homogenen Kundengruppe.

Gerade kleinere, private Hotels haben oft nicht die finanziellen Ressourcen und Kostenvorteile, um im Preiskampf mit den Großen (Kettenhotels) mitbieten zu können. Daher erweist sich der Ausstieg aus der Kampfarena des Massenmarktes hin zu einem kleineren Schauplatz oft als rentabel. Sobald das auf den Gast zugeschnittene Angebot für diesen einen Mehrwert generiert, so ist er auch bereit einen höheren Preis für die angebotene Leistung zu zahlen. In den einzelnen Segmenten der Hotellerie muss ebenso unterschieden werden. Beispielsweise müssen Hotels auf dem Lande ein besonders interessantes Angebot gewährleisten, um die Nachfrage auf sich ziehen zu können, wohingegen städtische Hotels womöglich mehr Besucherandrang verspüren aufgrund der inhärenten Attraktivität der Großstädte. In Thüringen bietet ein Hotel seinen Besuchern beispielsweise einen Abenteuer-Urlaub im Auenland. Fans der „Herr der Ringe“-Saga können dort wie die Hobbits hausen.

Worauf müssen Nischen-Hotels letztendlich ein besonderes Augenmerk werfen? Ziel ist es, durch heterogene Arrangements als einzigartiger Hotelier hervorzustechen. Bestehende Muster und Strukturen müssen durchbrochen und neue Wege eingeschlagen werden. Dies erfordert viel Mut und eine gewisse Risikoaffinität. Zum Beispiel gibt es an der Ostsee ein „Ausschlafhotel“, welches bei Langschläfern sicher beliebt ist. Dort werden die regulären Frühstückszeiten im Hotel bis 12.30Uhr ausgedehnt. Andere Hotels fokussieren sich auf die Gesundheit ihrer Gäste. Ziel ist die vollkommene Entspannung und Regenerierung. Der Verzicht auf eine hauseigene Hotelbar oder fettreiche Kost zeichnen diese Spezialisierung aus. Manche Hotels, die sich auf traute Zweisamkeit konzentrieren, bieten ihren Gästen etwa bewusst keinen Internetzugang auf den Hotelzimmern, sondern nur in der Lobby.

Generell ist es wichtig, sich für eine Sache zu entscheiden und gegen alle anderen. Dies erfordert konsequentes Handeln, da man häufiger „Nein“ als „Ja“ sagen muss. Des Weiteren ist Kreativität anstatt eines hohen Budgets gefragt, um das gewisse Etwas bieten zu können. Empathie und Verständnis für den Gast und seine Bedürfnisse helfen, ihn emotional zu packen und langfristig zu binden. Von Almfeeling in der City bis hin zur Trauung im Aquarium – die Kreation von etwas Besonderem ist das, was bewegt und überzeugt. Neben luxuriöser Ausstattung punkten auch Themenhotels, in denen der Gast sich und seine Persönlichkeit frei entfalten kann. Hoteliers müssen die Trends der Branche sowie Lebens- und Konsumstile studieren, um sich den blitzartig ändernden Ansprüchen der Gäste anzupassen und sich eine erfolgsversprechende Nische zu sichern.

Neben regionalen Besuchern, muss auch auf internationales Klientel eingegangen werden. Diese hegen womöglich andere Wünsche als nationale Gäste. Hier können Busreisen zu Sehenswürdigkeiten oder Shopping-Centern sinnvoll sein. Ebenso wird durch den fortschreitenden Klimawandel das Thema Nachhaltigkeit immer weiter in den Vordergrund rücken. Eine Ladestation für Elektroautos wäre denkbar. Viele Geschäftsreisende sind mitunter in Hotels zuhause. Kostenfreies Telefonieren über die Hotelleitung wäre ein Top-Angebot, um das Hotel mit dem Büro zu verknüpfen. Funktionalität, Modernität und Technik werden zunehmend wichtiger. Es bleibt spannend, welche Hotels uns in der Zukunft noch erwarten werden! 🙂

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Beitrag von Melanie Römer

Melanie Römer