Nur noch kurz die Mails checken: Warum dich die Digitalisierung nicht mehr abschalten lässt

Die gute Digitalisierung. Auch du kannst dir dein Leben sicher schon längst nicht mehr ohne sie vorstellen, oder? Fragst du dich auch regelmäßig, wie du dein Leben früher, „damals“, überhaupt geschafft hast, zu organisieren? Waren deine Termine auf Post-It überall in deiner Wohnung verteilt? Bist du einfach irgendwann wieder gegangen, wenn deine Verabredung nicht zur ausgemachten Zeit am Treffpunkt war? Oder wie hat man sowas in der „digitalen Steinzeit“ geregelt? Bescheid sagen konntest du ja schließlich fast nicht… Außer, es war zufällig gerade eine Telefonzelle in der Nähe, du hattest deine Telefonkarte parat UND deine Verabredung war noch zuhause, um überhaupt ans Telefon gehen zu können. Uff… Was war dieses „alte Leben“ rückblickend doch für eine riesige Organisation! Dagegen lebt es sich zum Beispiel mit einem Smartphone deutlich komfortabler.

Doch die kontinuierliche Weiterentwicklung von Handys, die Erfindung tragbarer PCs, Tablets, und tausend weiterer technologischer Highlights haben nicht nur deine Freizeitgestaltung maßgeblich verändert –auch an deinem Job sind sie nicht spurlos vorüber gezogen.

Fluch und Segen zugleich: Zweifellos hat die hochgelobte Digitalisierung viele entscheidende Vorteile –  dennoch kann sie sich auch ganz schnell in einen (kleinen oder großen) Nachteil für dich verwandeln. Findet dein Chef die Idee eines Arbeitshandys zum Beispiel super? Einerseits ist sie das natürlich auch – abhängig von deiner konkreten Position kann es durchaus sinnvoll sein, wenn du schnell und unkompliziert erreichbar bist. Jetzt kommt jedoch das große ABER: Wann ist denn deine Erreichbarkeit wieder beendet? Eigentlich ganz klar mit Feierabend, oder? Die Realität sieht leider oft etwas anders aus: Berufliches Abschalten wird für dich (leider) immer mehr zum Fremdwort. Dein Arbeitshandy hat sich bereits nach kürzester Zeit so stark in deinen Kopf geschmuggelt, so dass du schlicht nicht mehr anders KANNST, als permanent auf das leuchtende Display zu schauen, um bloß nicht zum Beispiel die neueste Email zu verpassen.  – Und das vollkommen unabhängig von Uhr- und vor allem Arbeitszeit. Toll. Werbung. Na, egal – lieber einmal zu viel drauf schauen, als vielleicht eine wichtige Info vom Chef zu verpassen!

Je länger du nun dieses besagte Arbeitshandy besitzt, umso schwerer fällt es dir, nach Feierabend dauerhaft von deiner Arbeit abzuschalten. Und das macht uns krank! Zahlreiche Studien haben bereits bewiesen, dass die Digitalisierung einen geregelten Feierabend immer schwieriger, wenn nicht sogar unmöglich, machen. Die Grenze zwischen deinem Privatleben und deinem Job wird immer schmaler. Das Schlimmste daran: Du kannst nur begrenzt etwas dagegen tun. Eine wirksame Methode, um wirklich abschalten zu können, ist ganz klar das Ausschalten deines Arbeits-PCs oder -handys. Doch das löst für dich schnell einen großen innerlichen Konflikt aus: Was, wenn du wirklich etwas verpasst? Im Zweifel etwas Wichtiges? Das wäre schlecht – wofür hast du denn sonst das Handy?

Jetzt kommt’s: Die ursprüngliche Intention, dir zum Beispiel ein Arbeitshandy zu geben, bestand darin, deine Arbeitskraft schlicht flexibler und  vor allem schneller verfügbar zu machen. Selbstverständlich berechtigt das deinen Vorgesetzten aber noch lange nicht dazu, dich permanent am besten mit irgendwelchem Kleinkram zu nerven, den du locker am nächsten Tag hättest erledigen können.

Wie verhältst du dich jetzt am besten? Begrenze deine Arbeitszeit! Natürlich sollte deine Arbeitszeit sowieso klar im Arbeitsvertrag geregelt sein – solltest du dennoch immer häufiger in die Versuchung geraten, deine Arbeitszeit in deine Freizeit zu integrieren, so ist es wichtig, dass du selbst die Uhr im Blick behältst. Leichter gesagt, als getan? Nein! Schalte dein Handy einfach mal aus! Es wird immer eine Email oder einen Anruf geben, den du verpassen könntest. Was, wenn aber einfach gar nichts passiert? Du hast gefühlte tausend Mal auf dein Telefon gestarrt – vergebens. Ist dir das auch schon mal passiert? Spätestens jetzt solltest du nicht mehr lange überlegen und entsprechende Maßnahmen treffen: Schalte das Ding mal aus. Ist doch in deinem Interesse! Und wenn du es am nächsten Tag wieder anschaltest, wird dir auffallen, wie herrlich du dich gestern Abend noch entspannen konntest.

 


Beitrag von Barbara

Barbara
Barbara Solle studiert Anglistik und Politikwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Seit Oktober 2014 arbeitet sie bei der YOURCAREERGROUP und unterstützt unser Team im Bereich Online Marketing. Weitere Informationen zu ihr gibt es auf Xing und LinkedIn. XING.