Der Schwindel mit dem Job – so erkennt ihr echte Stellenanbieter

Du checkst deinen E-Mail Posteingang und findest eine E-Mail von einer namhaften Hotelkette. Dir wird ein toller Job mitsamt lukrativer Bezahlung angeboten. Super – denn du bist sowieso auf der Suche nach einem Job im Ausland. Du musst nur deine persönlichen Daten angeben und eine Bearbeitungs- oder Agenturgebühr im Voraus zahlen. Wenn du so eine E-Mail erhalten hast: Finger weg!

Denn hierbei handelt es sich höchstwahrscheinlich um eine Art des Recruitment Fraud bzw. Job Application Scam. Bei dieser Art von Betrug wird mit täuschend echten E-Mails, Stellenanzeigen oder Bewerbungsformularen der Anschein erweckt, es handele sich um Jobangebote meist namhafter Unternehmen.

In der Vergangenheit haben sich Betrüger unter anderem bereits für Unternehmen wie Jumeirah, Mandarin Oriental oder Hilton ausgegeben und Jobangebote verschickt. Daher warnen die Unternehmen auch auf ihren Webseiten vor den Betrügern:

Jumeirah Group: http://careers.jumeirah.com/index.php/workingwithus/bethedifference
Mandarin Oriental Hotel Group: http://www.mandarinoriental.com/careers/
Hilton Worldwide: http://hiltonworldwide.com/assets/pdfs/recruitment-fraud-one-pager.pdf

Ziel sind vor allem Personen, die gerne auswandern und im Ausland arbeiten wollen.

Doch woran erkennt man den Unterschied? Wie vermeide ich, dass ich auf einen Betrüger reinfalle? Und welche Maschen verwenden die Betrüger?

Vorgehen

  1. Die E-Mail Masche
    Bei dieser Masche geben sich die Betrüger in E-Mails als Personalagenturen aus, die im Auftrag ihrer Kunden auf der Suche nach neuen Mitarbeitern sind. Sie geben vor, dass man die neue Stelle sicher hat, wenn man innerhalb von einem gewissen Zeitraum, z. B. 30 Tagen, eine Vermittlungsgebühr bezahlt. Nach der Überweisung der Vermittlungsgebühr wird dann angeblich der Lebenslauf an das ausschreibende Unternehmen verschickt. Um den Bewerber in Sicherheit zu wiegen, bieten manche dieser „Agenturen“ sogar eine Rückerstattung der Gebühr an, wenn nicht vermittelt wird  – diese findet nur nie statt! Eine perfide Strategie!
    Es kommt auch vor, dass sich die Betrüger als Personaler eines Unternehmens ausgeben und im Laufe der Korrespondez Geld für Reiseunterlagen, Visaerstellung oder ähnliches verlangen.
  2. Die Telefonmasche
    Das Telefon klingelt. Der Anrufer gibt sich als Personalvermittler aus und hat natürlich einen tollen Job mit spitzen Gehalt und Karriereperspektiven zu bieten. Hierfür geben sie sich als Personalvermittler für real existierende und meist bekannte Unternehmen aus. Es findet ein „Telefoninterview“ statt und nach einiger Zeit – welche Überraschung – wird man darüber informiert, dass man den Job habe. Man solle doch bitte jetzt nur noch eine Gebühr für die Visa-Erstellung, Reise oder Vermittlung überweisen.
  3. Gefälschte Webseiten, Stellenanzeigen oder Bewerbungsformulare
    Logo, Layout, Hotelname – alles passt. Die Stellenanzeige, Bewerbungsformulare oder auch ganze Webseiten werden nachgebaut und veröffentlicht. Stellenanzeigen werden dann sogar bei Jobbörsen veröffentlicht und sehen täuschend echt aus. Bewerber schicken ihre Daten an die in der Stellenanzeige aufgeführte E-Mail Adresse – und werden bald dazu aufgerufen, Gebühren für die Vermittlung, Visa etc. zu zahlen oder Bankdaten zu übermitteln.

Wie kann ich den Betrug erkennen?

  1. Persönliche Daten, wie etwa Adresse, Geburtsdatum oder Bankverbindung, werden sehr früh im „Bewerbungsprozess“ abgefragt.
  2. Unaufgeforderte E-Mails kommen von Freemail-Anbietern (wie z. B. yahoo.com, gmail.com, googlemail.com etc.) oder E-Mails sollen an Freemail-Adressen geschickt werden.
  3. Anrufe kommen nicht von der offiziellen Nummer des Unternehmens, sondern vom Handy.
  4. Zahlung einer Gebühr für die Vermittlung, Visa-Erstellung, Geld für Flugtickets oder andere Reiseunterlagen.
  5. Job wird garantiert, wenn man innerhalb einer bestimmten Zeit reagiert.
  6. Zahlungen sollen über Transferanbieter wie z. B. Western Union abgewickelt werden.
  7. Schlechter Schreibstil in den Anzeigen, Bewerbungsformularen, auf den Webseiten oder in den E-Mails.
  8. Bewerber werden gebeten, Visa-Agenturen, Anwälte, Reiseanbieter oder Banken zu kontaktieren.

Was sollte ich auf keinen Fall tun?

  1. Geld überweisen. Personalvermittler werden vom Unternehmen bezahlt, nicht vom Bewerber. Seriöse Unternehmen nehmen kein Geld vom Bewerber. Im Gegenteil: In den meisten Fällen werden die Aufwendungen sogar von den Unternehmen bezahlt.
  2. Sensible Daten wie z. B. die Kontaktdaten oder Bankverbindung an Leute rausgeben, die du nicht kennst.

Was sollte ich denn tun?

  • E-Mail Adresse checken: Kommt die E-Mail von einem Freemailer? Die E-Mail Adresse sollte immer mit der Domain des Unternehmens enden bzw. die Endung haben, welche im Impressum der Seite angeben ist. Du kannst auch die E-Mail Adresse einfach mal bei Google eingeben und schauen, welche Ergebnisse erscheinen. Unseriöse E-Mail Adressen werden oft auf Webseiten veröffentlicht, um die Öffentlichkeit davor zu warnen.
  • Telefonnummer überprüfen: Handelt es sich um eine Handynummer? Zu welchem Land gehört die Vorwahl? Handelt es sich um die offizielle Nummer des Unternehmens? Der Anruf sollte vom offiziellen und eingetragenen Anschluss des Unternehmens kommen, sei es eine Personalvermittlung oder ein Hotel. Bei unterdrückten Nummern sollte man direkt stutzig werden. Unseriöse Telefonnummern landen genau wie E-Mail Adressen schnell auf einem Index im Web, sodass du dich über die Echtheit dort informieren kannst.
  • Ansprechpartner überprüfen: Schaue, ob du bei Google, aber auch bei sozialen Netzwerken wie XING oder LinkedIn Informationen über den Ansprechpartner findest. Dann kannst du prüfen, ob die gegebenen Informationen echt sind.

Wichtig: Wenn du vermutest, dass es sich um Betrug handelt, dann sammel die gesamte Korrespondenz und übergebe sie den Behörden. Sie werden dem Betrug dann nachgehen.

Anmerkung in eigener Sache:

Wir bei der YOURCAREERGROUP AG achten streng darauf, dass nur seriöse Unternehmen ihre Stellenangebote auf unseren Plattformen veröffentlichen. Solltest du dennoch den Eindruck haben, dass etwas nicht stimmt, dann schreibe uns eine E-Mail an info@ycg.de. Wir werden die Sache dann überprüfen.


Beitrag von Lisa N.

Lisa N.
Nach einem Masterstudium an der Universität Hamburg, habe ich erfolgreich ein Volontariat in einer PR-Agentur absolviert. Bei der YOURCAREERGROUP bin ich seit November 2014 für das B2C Marketing und den Pressebereich zuständig. Weitere Informationen zu mir gibt es auf XING.