So geht Kreativität am Arbeitsplatz heute – Wie du den Tiger in dir wecken kannst!

Innovative Köpfe sind in der heutigen Arbeitswelt unglaublich wichtig geworden. Wie sollen Hotels einzigartige Serviceleistungen und Menüfolgen entwickeln und gemeinsam neue Welten für die Gäste erschaffen, wenn zündende Ideen fehlen? Gefragt sind phantasievolle „Problem Solver“ in den eigenen Reihen, die für erkennbare Situationen und Probleme den richtigen Riecher haben und gewissen Dinge mit anderen Augen sehen. Woher soll der Vorspeisenkoch den Einfall für sein exotisches Cremesüppchen nehmen, wenn er vollkommen auf dem Schlauch steht? Aber wie kann man zu einem geistreichen Erfinder werden, wenn der Papierkorb vom ganzen zerknüllten Papier schon einer kleinen Müllhalde gleicht, du deinen Bleistift schon am oberen Ende vor Verzweiflung abgenagt hast und deine Frisur vom Haare raufen vollkommen aus der Form geraten ist, sodass sie in alle Himmelsrichtungen absteht. Du bist mit Sicherheit nicht der Einzige, der regelmäßig vom toten Punkt heimgesucht wird. Wie kann man also trotzdem zur Hochform auflaufen?

Aber erst mal was anderes: Was heißt denn eigentlich kreativ sein?

Bin ich kreativ, weil ich schon im Kindesalter tolle Bilder malen und schöne Muttertagsgeschenke basteln konnte, oder wie sieht das eigentlich aus? Menschen verfügen über verschiedene Skills, aus denen sich ihre berufliche Kompetenz bildet. Kreativität gehört zu deinem impliziten Wissen und ist genauso individuell wie du es bist. Oh je, jetzt folgt eine Gardinenpredigt mit tausenden Fremdwörtern, wirst du jetzt sagen wollen. Das ist nicht unsere Absicht, daher setzen wir schon jetzt ein großes“ P“ vor eine ausschweifende philosophische Doktorarbeit zum Thema Kreativität. Denn es gibt eine ganze Menge darüber zu berichten. Aber es ist nicht das Ziel, dich mit Fachjargon zu langweilen. Dafür könntest du dir auch ein Buch aus der Bibliothek ausleihen. Hinter implizitem Wissen steckt lediglich der Gedanke, dass du schöpferische Fähigkeiten nicht einfach mal eben auf deinen Sitznachbarn oder deine beste Freundin übertragen bzw. ein Buch aufschlagen und Seite 324 lesen kannst. Es ist ein Zustand, der sich zwar-aber das gestehen wir ein- eher schwierig erlernen lässt und eine „IKEA“-Anleitung nach dem Motto Schritt 1 bis 10 für den erfolgreichen Aufbau von Kreativität, lässt sich irgendwie auch nicht so richtig finden.

Häufig wissen Denkgenies noch nicht einmal, dass sie mit besonders hohem Einfallsreichtum gesegnet sind, obwohl sie diese Fähigkeit täglich einsetzen. Daher brauchst du dich auch nicht schämen, wenn dein Kollege brillante Einfälle im Minutentakt präsentiert, während in deinem Kopf nur gähnende Leere herrscht. Also kannst du dich jetzt ganz entspannt zurücklehnen, da du ja ein Alibi für dein fehlendes Einfallsreichtum zu haben scheinst?  Schließlich haben wir soeben festgestellt, dass Kreativität ein Phänomen ist, was dir quasi in die Wiege gelegt worden sein muss. Du kannst ja schließlich nichts dafür, dass dir der richtige Einfall nicht einem Fingerschnipp vor dem geistigen Auge erscheint. Das wäre schön, wenn du deinem Chef diese Ausrede vor die Füße legen könntest. Auch wenn Kreativität schwer erlernbar ist, gibt es einige Dinge, die sie dennoch positiv beeinflussen können und so manchen „Kreativitätslegastheniker“ den Weg ebnen. Es ist schließlich noch kein Meister vom Himmel gefallen. Vielleicht wirst du niemals so gut werden, wie es dein Kollege bereits ist. Aber Menschen sind nun mal verschieden und das solltest du respektieren.

Finden statt suchen

Brainstorming, 635- Methode – diese Kreativitätstechniken sind dir vielleicht ein Begriff? Klar stellen sie wichtige Hilfestützen dar, aber „Spontane Ideen sind häufig die Besten“. Lass dir sagen, dass sich zwischen diesen Zeilen pure Wahrheit versteckt. Daher sollte man sich entspannen. So schwer das auch klingen mag, aber dein Arbeitgeber weiß ausgeglichene Mitarbeiter zu schätzen. UNBEWUSST ist nämlich das zentrale Erfolgsrezept. Häufig wird verzweifelt nach einer bzw. DER Idee gesucht, wenn es beispielsweise um die Gestaltung einer neuen Speisekarte geht. Genau an dieser Stelle nimmt das Dilemma seinen Lauf. Es wird sich munter und häufig mit sehr gutem Erfolg vollkommen unter Druck gesetzt, was uns im Ergebnis komplett blockiert. Jeder kennt das: Die Zeit drängt, der Chef nörgelt, weil noch nichts zu Papier gebracht wurde und im Kopf herrscht eine Stimmung, die Alarmstufe rot zeigt. Lass dir sagen: Gute Ideen wollen nicht gesucht, sondern gefunden werden. Je mehr wir uns über gewisse Dinge den Kopf zerbrechen, umso stärker wird die Unfähigkeit etwas mit Wow-Effekt auf die Beine zu stellen. Es herrscht nur noch Buchstabensalat. Geht ihr shoppen mit dem Ziel ein tolles Kleid für die Hochzeit eurer Freundin zu finden, werdet ihr einfach nichts Passendes finden. Entscheidend ihr euch allerdings für einen spontanen Shoppingtrip, hängen duzende von wundervollen Kleidern im Schaufenster des ersten angesteuerten Geschäfts. Daher gilt als Faustregel: Vermeide Druck.

Zeichen und Signale setzen

Symbolic Management kann helfen Kreativität bewusst zu fördern. Offene Bürotüren beispielsweise zeigen eine offene Unternehmenskultur mit reger Kommunikation. Was hat das bitte schön mit Kreativität zu tun? Na ganz einfach. Wer genug Freiraum hat, kann sich besser entfalten. Wenn im Unternehmen klar ist, dass neue Ideen nicht sofort mit einer abwertenden Handbewegung verneint werden, ist man schneller geneigt neue Einfälle zu äußern. Struktur hat sich bewährt. Das stimmt, aber manchmal kann es auch gut sein, wenn eben nicht alles nach Plan A verläuft. So kann auch ein nicht aufgeräumter Schreibtisch Flexibilität signalisieren. Unterschiedlichkeit, ist das Zauberwort auf das es letztlich ankommt. Daher sollte man auch mit möglichst vielen verschiedenen Menschentypen zusammenarbeiten. Connecting People lautet die Devise. Auch Querdenker, die immer gegen den Strom schwimmen wollen, helfen neue Anstöße zu setzen und aus Altbewährtem auszubrechen.

Geistesblitze notieren

Häufig trifft einen der Geistesblitz, aber genau in diesem Moment kommt der Kollege dazwischen und benötigt Hilfe. Kehrt man zu seinen Aufgaben zurück, ist die Idee verschwunden und liegt irgendwo im Nirwana. Daher solltest du dir immer ein paar Stifte und Zettel zur Hand legen, um einzelne Ideen fix aufzuschreiben. Häufig  fallen uns richtige geniale Dinge ein, wenn wir zum Beispiel gerade unter der Dusche stehen. Wenn du sie nicht schriftlich festhälst, werden sie sich womöglich für immer verabschieden. Auch wenn es zu Anfang nur Stichwörter sind, können sie dir helfen daraus ein Cluster zu entwickeln.

Lust auf Wissen und Intelligenz

Dass Büchwürmer was auf dem Kasten haben, müssen wir dir sicher nicht sagen. Denn Lesen bildet. Häufig lassen sich Verbindungen zu Natur oder der Tierwelt herstellen. Das klingt im ersten Moment ziemlich albern. Aber so kann ein Glas Wasser, da es durchsichtig ist, mit transparenten Geschäftsabläufen in Verbindung gebracht werden. Du wirst erstaunt sein, was das Gehirn manchmal verknüpft und daraus einen ersten Meilenstein für deine Idee entstehen lässt, auch wenn du dich am Anfang fragst, was das Herumstöbern in verschiedenen Medien bringen soll. Du könntest beispielsweise in Lifestyle-Magazinen lesen oder auch einen hochgradig wissenschaftlichen Texte recherchieren. Wenn wir Ideen erschaffen wollen, fragen wir schließlich ab, was unsere Gehirnmasse uns liefern kann. Je mehr du liest oder anderweitig Wissen aufschnappst, desto stärker werden dir deine grauen Zellen passenden Input liefern. Probier es einfach mal aus. Manchmal liegt der Kern genau in den Gegenständen begründet, die eigentlich überhaupt nichts mit der Ausgangssituation zu tun haben, auch als Reizwortanalyse bekannt.

Alltag raus, Kreativität rein – Open your mind!

Menschen wie du und ich bewegen sich immer gern in ihrer gewohnten Komfortzone und suchen einen Fels in der Brandung. Vielleicht bist du eher der traditionelle oder konservative Typ, der an Altbewährtem festhält? Aus Angst neigen viele Menschen dazu Anderen den Vortritt zu lassen und ahmen nach, wenn sie merken, dass sich die Idee ihres Vorgängers bewährt. Aber wie willst du etwas Neues schaffen, wenn du dich krampfhaft an den eben genannten Strohhalmen klammerst. Da wir gewisse Einstellungen und Werte vertreten, ist es häufig schwer sich mal davon zu lösen. Wenn du einmal streng mit deiner eigenen Persönlichkeit vor das Gericht gehst, wirst du diese Aussagen wahrscheinlich kleinlaut bejahen. Aber das ist der Knackpunkt. Sei offen für Neues und verschränke nicht sofort die Arme vor dem noch unbekannten Terrain. Daher bleibt nur zu sagen: Open your mind!


Beitrag von Kerstin

Kerstin
Kerstin Bruns ist Studentin der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Duisburg-Essen. Seit Juli 2014 arbeitet sie bei der YOURCAREERGROUP. Sie unterstützt unser Team tatkräftig im Bereich Online Marketing.