Soll ich Hotelfachfrau oder Hotelkauffrau werden?

Du hast dich erfolgreich durch die unendliche Vielfalt an Jobmöglichkeiten gekämpft? Nun weißt du endlich, dass du beruflich in der Hotelerie Fuß machen möchtest und hast dich für den Job der Hotelfachfrau entschieden? Aber da gibt es ja auch noch die Hotelkauffrau bzw. den Hotelkaufmann. Machen die nicht eigentlich genau das Gleiche? Warum existieren überhaupt diese verschiedenen Ausprägungen? Plötzlich beschäftigt dich nur noch die Frage der Fragen: Was will ich denn nun werden? Keine einfache Entscheidung, die nur zu einem Ergebnis führen kann, wenn man weiß, durch welche Merkmale sich die Berufsbezeichnungen, Hotelkauffrau und Hotelfachfrau, voneinander abgrenzen lassen. Um Licht ins Dunkle zu bringen, zeigen wir dir heute den zentralen Unterschied. Schließlich ist die Wahl eines passenden Berufes ein wichtiger Meilenstein im Leben, der deiner beruflichen Laufbahn eine erste Richtung gibt und deine Kenntnisse und Entwicklungen prägt.

Vom Tischdecker bis zum Rezeptionisten – Vielseitige Gastgeber im Blickpunkt

Zunächst wollen wir uns ansehen, welche Kriterien das Tätigkeitsfeld der Hotelfachleute kennzeichnen. Wer sich bereits mit dem Job auseinander gesetzt hat, wird jetzt sagen wollen „ aber das weiß ich doch schon längst.“ Trotzdem ist es wichtig, die Berufe genauer unter die Lupe zu nehmen. Selbstverständlich wollen wir das nicht übertreiben á la Sherlock Holmes. Doch nur wer sich genau damit auseinandersetzt, wird eine Erkenntnis treffen, die Hand und Fuß hat. Schließlich sind zwischen Hotelfachleuten und Hotelkaufleuten Ähnlichkeiten in einigen Bereichen sichtbar. Vielleicht kennt der ein oder andere auch jemanden, der bereits als Hotelfachfrau oder Hotelfachmann arbeitet? Diejenigen wissen sicher bereits, dass sie schon während der Ausbildung die verschiedenen Bereiche eines Hotels durchlaufen. So werden sie im Housekeeping eingesetzt und erlernen wie man Betten macht. Außerdem dürfen Hotelfachleute im Restaurant mitarbeiten und die Gäste bedienen. Aber auch an der Rezeption erweisen sie sich als kompetente Berater, wenn einer der Gäste nach Sehenswürdigkeiten fragt oder ein- bzw. auschecken möchte. Ein Job der viel Biss und Belastbarkeit erfordert. In der Ausbildung werden Fertigkeiten in den Bereichen Gästebetreuung, Marketing, Empfang, Beratung und Verkauf erlernt. Kein anderer kennt, die Bereiche eines Hotels so gut wie die Hotelfachleute, da sie in ihrer Laufbahn in jedem Bereich einmal aktiv mitgearbeitet haben und dadurch Erfahrungen sammeln konnten, bis sie sich auf ein bestimmtes Spezialgebiet festgelegt haben. So sind Hotelfachleute überwiegend für den Service, die Küche und die Reinigung zuständig. Außerdem planen und organisieren sie die wesentlichen Abläufe im Hotel und haben einen umfassenden Gesamtüberblick. Daher haben sie einen hohen Stellenwert an ihrem Arbeitsplatz, da sie sich allzeit als kompetente Ansprechpartner bzw. als Fachmann erweisen. Daher auch der Name Hotelfachmann bzw. Hotelfachfrau. Aber trifft das nicht auch alles auf die Hotelkauffrau zu? Schließlich haben wir bereits festgestellt, dass die beiden Berufe sich ähnlich sind. Du stellst dir die Frage: Was soll mir das denn jetzt sagen? Was zeichnet denn genau den Unterschied aus? Wir wollen dich nicht länger auf die Folter spannen.

Hotelkaufleute –  Vielseitige Allrounder mit dem Blick für die Kostenseite

Hotelkauffrauen arbeiten während ihrer Ausbildung ebenfalls in den verschiedenen Abteilungen eines Hotels und haben somit sämtliche Bereiche durchlaufen. Schauen wir uns daher im weiteren Verlauf das Wort „Hotelkauffrau“ an! Aha, da ist der erste Unterschied in der Namensgebung der Berufsbezeichnung. Was unterscheidet denn eine Fachfrau von einer Kauffrau? Was würde dir spontan einfallen, wenn du dir einmal den Begriff der Kauffrau bzw. des Kaufmannes durch den Kopf gehen lässt?  Viele denken dabei sicher direkt an eine kaufmännische Tätigkeit. Damit haben sie auch genau ins Schwarze getroffen. Aber was heißt denn eigentlich kaufmännisch? Der Kaufmannsbegriff ist weit gefasst. Dennoch gibt es zentrale Aufgabengebiete, die sich Kalkulation, Rechnungswesen, Logistik usw. nennen. Oh je, sind Hotelkaufleute etwa geizige Sparfüchse, die den Geldhahn zudrehen, falls die Hotelkosten den Rahmen sprengen? Nicht ganz, aber ein Funken Wahrheit steckt dahinter. Aber eigentlich möchtest du doch den Arbeitsalltag eines Hotels hautnah miterleben und kein analytischer Rechner werden! Das brauchst du auch nicht, denn Hotelkaufleute haben nicht weniger Kenntnis über die Abteilungen eines Hotels. Ganz im Gegenteil, um eine perfekte Organisation zu gewährleisten, müssen sie sich gut auskennen und die verschieden Funktionsbereiche, wie die Küche, den Zimmerservice und die Rezeption koordiniert zusammenführen. Allerdings verweilen sie nur für kurze Dauer in den einzelnen Funktionsbereichen, denn sie werden ab dem letzten Drittel ihrer Ausbildung überwiegend in der Buchhaltung, in der Personalabteilung, an der Rezeption und im Büro beschäftigt. Diese stellen nach der Ausbildung die Einsatzgebiete dar. Der zentrale Unterschied besteht also darin, dass man als Hotelkauffrau zusätzlich mit Zahlen jonglieren muss und das Aufgabengebiet vorwiegend von kaufmännischen Tätigkeiten geprägt ist. Während bei den Hotelfachleuten eher der Service und die Gästebetreuung im Fokus stehen. Wie jeder Betrieb sind aber auch Hotels daran interessiert möglichst viel Geld zu verdienen. Das kann allerdings nur gelingen, wenn jemand die Bücher führt, Rechnungen kontrolliert oder Kalkulationen durchführt, sprich auch betriebswirtschaftliche Aspekte berücksichtigt werden. Genau hier kommt die Hotelkauffrau ins Spiel. Hast du dich schon einmal gefragt, warum das Hotelzimmer beispielsweise 90 Euro pro Nacht kostet? Der Zimmerpreis wird unter anderem von Hotelkaufleuten kalkuliert. Doch damit ist noch längst nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Sie kümmern sich auch um den Einkauf und die Organisation und sind für die Personalplanungen verantwortlich. Im Gegensatz zu den Hotelfachleuten lernt man in der Ausbildung etwas über Personalwirtschaft, Büroorganisation und Warenwirtschaft. Kontingente mit Reiseveranstaltern vereinbaren, mit Lieferanten Einkaufskonditionen aushandeln- das sind ebenfalls Aufgaben, die das Verhandlungsgeschick von Hotelkaufleuten auf die Probe stellen. Allerdings muss man dazu sagen, dass viele Hotels heutzutage leider kaum noch Stellen als Hotelkauffrau anbieten und es sicherlich einfacher wird eine Anstellung als Hotelfachfrau zu bekommen.

Wir wissen, welche Frage dich die ganze Zeit unruhig auf deinem Stuhl hin und her rutschen lassen hat: Welcher Beruf ist besser? Auf diese Frage gibt es keine eindeutige Antwort. Darauf sei nur eins gesagt: Ob du nun Hotelfachfrau oder Hotelkauffrau wirst, beide bieten tolle Chancen um in der Gastronomie und Hotelerie arbeiten zu können. Wer sich ein Standbein in kaufmännischen Berufen aufbauen möchte, sollte sich lieber für den Job des Hotelkaufmannes entscheiden. Denn dadurch kann man später auch als Buchhalter oder Wirtschaftsprüfer arbeiten. Wichtig ist dafür jedoch, dass man sich für Arbeiten im Controlling und für Planungsprozesse interessiert. Wem die Betriebswirtschaftslehre nicht viel sagt, sollte besser die Finger von diesem Beruf lassen. Wer Tätigkeiten im Tourismus präferiert und vorwiegend  in der Hotelerie arbeiten möchte, sollte sich für den Job der Hotelfachfrau entschließen. Hotelfachleute sind Allrounder am Gast. Dies setzt wiederum eine Affinität für Service und Gastfreundlichkeit voraus. Nun bleibt nur noch zu sagen: It´s your choice! Aber keine Bange, du wirst schon die richtige Entscheidung treffen!

Wir wünschen viel Erfolg bei der Jobsuche ;-).

Interessante Stellenangebote zur Hotelfachfrau bzw. zum Hotelfachmann findest du unter folgenden Links:

http://www.hotelcareer.de/jobs/hotelfachfrau

http://www.hotelcareer.de/jobs/hotelfachfrau-ausbildung


Beitrag von Kerstin

Kerstin
Kerstin Bruns ist Studentin der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Duisburg-Essen. Seit Juli 2014 arbeitet sie bei der YOURCAREERGROUP. Sie unterstützt unser Team tatkräftig im Bereich Online Marketing.