Und wieder eine Idee beerdigt: Warum wir unsere Einfälle regelmäßig korrigieren (müssen).

Wer kennt es nicht: Nach zig Stunden des Grübelns, unzähligen Pro- und Kontra-Listen und gefühlten hundert Gesprächen mit Vertrauten bist du dir plötzlich vollkommen sicher: So mache ich’s. Schließlich hast du lange genug gedanklich mit der Idee jongliert und dir erscheint nichts logischer, als diese jetzt endlich in die Tat umzusetzen. Manches kleines „Problemchen“, wie zum Beispiel finanzieller Art, schiebst du erst mal bequem von dir, denn du bist schon froh, es überhaupt bis zu diesem Punkt geschafft zu haben. Zugegeben, diese Beschreibung klingt im ersten Moment eher nach einer Gründer-Idee als zum Beispiel nach der Frage, welche Farbe deine neuen Schuhe haben sollten. Tatsächlich passt sie aber auf die meisten Dinge, die dich und mich bewegen.

Ob beruflich oder privat: Ständig wird von dir größtmöglicher Ideenreichtum erwartet. Selbst wenn du eine sogenannte „Ausnahme“ bist und mehr Geistesblitze hast als andere, so bleibst du trotzdem nicht vom zweiten und schwierigeren, um nicht zu sagen, alles entscheidenden Schritt verschont: Die Umsetzung. Allzu oft gibt es manche Hürde, die es dir am Ende leider doch unmöglich macht, deine Idee zu verwirklichen. Hast du dir schon mal die Frage gestellt, wie oft du wirklich eine Idee in die Tat umgesetzt und sie nicht doch irgendwann klammheimlich wieder beerdigt hast? „Beerdigen“ klingt in dem Kontext im ersten Moment etwas hart, aber die Aussage dahinter trifft es ganz gut, denn: Mancher Gedankenreichtum verschwindet nämlich auch gerne wieder unter der Erde – im wahrsten Sinne des Wortes. Doch woran liegt das denn? Wieso meinen wir denn, unsere Ideen gewissermaßen „überarbeiten“ zu müssen? Schließlich hatte es ja gute Gründe, dass wir überhaupt darauf gekommen sind! Oder?

Erster Grund: Deine Faulheit.

Einer der Hauptgründe, die dich regelmäßig deine Vorstellungen überarbeiten lassen, ist schlicht deine Faulheit. Der Mensch ist nun mal ein Gewohnheitstier, warum also gut bewährte Konzepte einfach umschmeißen und ein unnötiges Risiko eingehen? Unzählige Studien beweisen immer wieder: Die meisten von uns mögen Veränderungen nicht. Und das ist noch untertrieben! Viele Menschen scheuen nicht nur das Unbekannte, sie hassen es. Um dann den möglichst einfachsten Weg gehen zu können, machen sie lieber einen weiteren Kompromiss und versuchen, sich zu arrangieren, anstatt „zu neuen Ufern aufzubrechen“. Hauptsache, sie müssen nicht ihre bewährte Komfortzone verlassen.

Zweiter Grund: Dein Mut.

Ebenfalls nicht unbedeutend ist dein eigener Mut. Eben weil jede Idee auch Risiken birgt, ist es eben nicht immer leicht, sich zu dem schwierigeren, neueren Weg durchzuringen. Und das ist ja auch absolut verständlich! Schließlich hängt meistens viel davon ab – da solltest du dir schon im Vorhinein etwas mehr Gedanken machen – als dich am Ende vor vollendete Tatsachen setzen zu lassen. Solange du aber nicht vollkommen welt- und vor allem realitätsfremd an deine Entscheidungen herangehst, kannst du aber in der Regel selten alles damit falsch machen. Außerdem geht es auch (fast) immer wieder zurück. Sogar wesentlich leichter als nach vorn.

Dritter Grund: Dein persönliches Umfeld.

Selbst wenn du dich erfolgreich gegen die ersten beiden Gründe behaupten konntest, so kann die größte Innovation innerhalb kürzester Zeit zu Staub zertreten werden, wenn dein persönliches Umfeld anderer Meinung ist. Immer noch vollkommen egal, um was es genau geht, aber: Wenn einer deiner Vertrauten Zweifel hegt und dir diese mitteilt, so kann die Verwirklichung deines Vorhabens schnell zu einer absoluten Zerreißprobe werden. Nicht unwahrscheinlich also, dass du einmal mehr „nachgibst“ und es dir anders überlegst.

Nimmt man nun diese Hindernisse alle zusammen, so erscheint es umso seltener, dass du überhaupt mal eine deiner Ideen in die Tat umsetzt. Zum Glück sind deine Bedenken in Wirklichkeit jedoch nicht ganz so stark wie dieser Blog-Beitrag vermuten lässt. Also: Nur Mut!


Beitrag von Barbara

Barbara
Barbara Solle studiert Anglistik und Politikwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Seit Oktober 2014 arbeitet sie bei der YOURCAREERGROUP und unterstützt unser Team im Bereich Online Marketing. Weitere Informationen zu ihr gibt es auf Xing und LinkedIn. XING.