Das Vorstellungsgespräch – Diese Fragen solltest du kennen

Schon seit Tagen schaust du immer wieder in deinen E-Mail Account. Du bist auf der Suche nach einer ganz bestimmten Message, auf die du mit freudiger Anspannung wartest. Auch heute loggst du dich, mit dem Bewusstsein, dass die sehnsüchtig erwartete Nachricht womöglich wieder nicht angekommen ist, ein. Plötzlich liest du eine Betreffzeile mit dem Titel „Einladung zum Vorstellungsgespräch“. Glückwunsch! Dein Wunschunternehmen möchte in der nächsten Woche ein Bewerberinterview mit dir führen. Während du die Nachricht entgegen nimmst, könntest du zunächst vor Freude die ganze Welt umarmen. Doch bei dem Gedanken, dass der Termin bereits in der nächsten Woche stattfindet, ebbt das Glücksgefühl schnell ab. Was werden die mich wohl fragen? Und wie bereite ich mich richtig vor?

Im Vorstellungsgespräch möchte man sich einen Eindruck darüber verschaffen, ob das, was du in deinen überzeugenden Unterlagen angegeben hast, auch tatsächlich der Realität entspricht. Dazu müssen Personaler gezielte Fragen stellen, auf die du natürlich mit passenden Antworten glänzen möchtest. Sei auf der Hut, denn Unternehmen sind in dieser Hinsicht gemein und stellen mitunter fiese Fragen.

Wir wollen uns jetzt dem wichtigen Teil widmen: der Vorbereitung auf die wichtigsten Fragen, die du unbedingt kennen solltest, bevor du ein Unternehmen mit deiner Anwesenheit in einem Vorstellungsgespräch beglückst. Gar nicht so einfach, schließlich kannst du nicht in die Zukunft sehen. Wer bereits einige Vorstellungsgespräche besucht hat, weiß aber, dass sich viele Unternehmen allseits bekannter Standardfragen bedienen. Lass dir sagen, dass 90 % aller Fragen im Vorstellungsgespräch mit einer guten Vorbereitung souverän zu meistern sind.
Erzählen Sie uns doch bitte etwas über Ihre Person und schildern Sie kurz Ihren bisherigen Werdegang!

Diese Frage, die eher einer Aufforderung gleicht, erfreut sich bei vielen Personalverantwortlichen großer Beliebtheit. Daher solltest du dich unbedingt darauf vorbereiten. Hier sind deine Fertigkeiten im Bereich des Selbstmarketings gefragt! Wo fange ich an? Und was ist überhaupt interessant? Konzentriere dich bei der Beantwortung dieser Frage auf das worauf du Wert legst und auf die Dinge, die du besonders hervorheben möchtest. Das können Erfahrungen oder Fertigkeiten sein, die für die Besetzung der ausgeschriebenen Stelle notwendig sind. Führe weiter aus, was du auch schon in deinen Bewerbungsunterlagen kund getan hast, denn Personaler überprüfen mit dieser Frage ebenfalls, ob du in deinem Anschreiben oder Lebenslauf etwas angegeben hast, das gar nicht stimmt.

Wie würden Ihre Freunde/Geschwister/Familie Sie beschreiben?
Warum interessiert es meinen Arbeitgeber was meine Freunde über mich denken? Personaler testen damit, wie es um deine Selbsteinschätzung bestellt ist und ob es dir gelingt Kritik und Niederlagen einzustecken. Oder ob du eher der Typ Mensch bist, der nach einem Misserfolg deprimiert den Kopf in den Sand steckt. Also solltest du nicht nur deine Stärken aufzählen, sondern auch zu deinen Misserfolgen stehen und diese erklären. Denn: ‚nobody is perfect‘. Das gilt auch für die berufliche Ebene.

Worin liegen Ihre Stärken? Was sind Ihre Schwächen?
Jeder Mensch hat Stärken und Schwächen. Die eine Person besitzt eine Affinität für Zahlen, während der Andere lieber kreativ ist. Schwächen sind nicht negativ, sondern normal. Wenn sie im Vorstellungsgespräch verschwiegen werden, wirkt man schnell unglaubwürdig. Formuliere deine Schwächen geschickt und verpacke sie so wortgewandt, dass sie auch als Stärke akzeptiert werden könnten. Allerdings solltest du bei der Aufzählung deiner Stärken und Schwächen von der beruflichen Seite aus argumentieren. Du kannst insbesondere überzeugen, wenn du deine Aufzählungen mit Beispielen aus deiner bisherigen Berufspraxis untermauerst.

Was stört Sie und wie gehen Sie damit um?
Gerade bei dieser Frage, ist es schnell passiert in das bekannte Fettnäpfchen zu treten. Daher sollte man es unterlassen bestimmte Personen als Beispiele zu verwenden. Beschränke dich auf allgemeine Themen wie Intoleranz oder Unpünktlichkeit. Wenn du klar machen möchtest, wie du damit umgehst, kannst du auch hier wieder Beispiele aus deinem beruflichen Werdegang anbringen, die deutlich machen, dass du eine angemessene Lösung für dein Problem gefunden hast.

Warum haben Sie sich bei uns beworben?
Recherchiere zu Hause Visionen und Traditionen des Unternehmens. Aber fange früh genug damit an! Den Abend vor dem wichtigen Termin noch mit Recherchearbeiten zu verbringen, ist nicht ratsam. Häufig findest du auf den Internetseiten der Unternehmen Chroniken und Entstehungsgeschichten. Lerne wichtige Eckdaten auswendig. Für eine Stelle im Hotel könntest du erwähnen, dass du begeistert bist, dass beispielsweise im Jahr 2012 neue Hotels im Ausland eröffnet wurden und du beeindruckt bist, wie international dein Traumunternehmen aufgestellt ist. Personaler sehen dadurch, dass du dich intensiv mit dem Betrieb auseinander gesetzt hast und leiten daraus ab, dass du tatsächlich Interesse hast, Teil des Unternehmens zu werden.

Warum wollen Sie diesen Beruf / Job ausüben?
Wer sich Gedanken über seine beruflichen Zukunft macht, nimmt automatisch einen Abgleich mit seinen Neigungen und Fähigkeiten vor. Wer bin ich? Was will ich? Was liegt mir besonders? Und woran habe ich große Freude? Diese Gedanken solltest du nicht nur für dich behalten, sondern auch im Vorstellungsgespräch mitteilen. Nur so kann der Personalchef verstehen, warum man sich genau für den einen Beruf entschieden hat. Es ist immer gut zu erwähnen, dass man davon überzeugt ist, seine persönlichen Neigungen im neuen potenziellen Job gut verwirklichen zu können. Hier sollte geschickt argumentiert werden.

Warum sollten wir ausgerechnet Sie einstellen?
Diese Frage ist äußerst gemein. Kein Wunder, dass viele erst einmal Schlucken müssen und sich kleine Schweißperlen auf der Stirn bilden. Wichtig ist, die Fassung zu bewahren. Diese Frage zielt bewusst darauf ab, dich aus dem Konzept zu bringen. Für Personaler ist es interessant zu sehen, wie du mit dieser Situation umgehen kannst. Hier sind diejenigen im Vorteil, die sich als Verkaufstalente bezeichnen können. Denn wer sich bis in den Himmel lobt, wird unter Umständen eine harte Bruchlandung in Kauf nehmen müssen. Ein gutes Maß an Selbstbewusstsein und Bescheidenheit ist das Geheimrezept.

Wo sehen Sie sich in 10 Jahren?
Das Unternehmen will herausfinden, was für Pläne du für die Zukunft schmiedest. Die Personaler können damit sehen, ob deine Vorstellungen identisch mit denen des Unternehmens sind.

Wieso sind Ihre Noten im Fach XY so schlecht?
Warum ausgerechnet diese Frage? Unangenehmer geht es kaum noch! Mathematik ist für dich ein Buch mit sieben Siegeln und du verstehst nur Bahnhof? Aber in Deutsch warst du Klassenbeste oder Klassenbester? Wer sich an seine Schulzeit zurück erinnert, weiß, dass es Fächer gab, die man gern mochte und wieder Andere, bei denen sich Bauchschmerzen ankündigen, wenn man das Wort nur auf dem Stundenplan gelesen hat. Wie bei der Frage zuvor, geht es wieder darum zu sehen, wie du reagierst, wenn man dich auf unangenehme Situationen anspricht. Wichtig ist, nicht die Sprache zu verlieren, sondern weiter zu reden und vernünftig Rechenschaft abzulegen. Deine Antwort muss für den Personaler nachvollziehbar sein. Die Schuld für die schlechten Leistungen auf den Lehrer zu schieben, kommt dabei häufig nicht gut an. Sei ehrlich und authentisch. Dann werden dir die Personalchefs eher nachsehen, dass du Schwächen in der Schule hattest.

Was wissen Sie über……..?
Informiere dich frühzeitig über aktuelle Nachrichten in den Medien und lese aktiv und intensiv Zeitungen. Personalchefs fragen gerne aktuelle Geschehnisse aus der Wirtschaft und der Politik ab. Fang damit idealerweise nicht erst zwei Tage vorher an. Du wirst in diesem Zeitfenster nicht mehr die Kapazität haben, dir alles zu merken. Wer gekonnt diskutieren kann und seine eigene Meinung zu gewissen Themen in der Welt gekonnt in Szene setzen kann, geht aus dieser Frage als Sieger hervor.

Was machen Sie fernab der Arbeit? Haben Sie ein bestimmtes Hobby?
Aussagen wie Shoppen oder mit Freunden ausgehen können zwar Hobbys sein, sollten aber im Vorstellungsgespräch nicht genannt werden. Sei dir bewusst, dass Personaler auch aus Freizeitaktivitäten ihre Schlüsse über deine Person ziehen. Das bedeutet nicht, dass du lügen sollst. Suche dir beispielsweise ein spannendes Hobby aus und erläutere dies kurz näher. Im Idealfall passt es eventuell auch auf die Stelle, für die du dich interessierst.

Haben Sie noch Fragen? – Wer nicht fragt bleibt dumm!
Wer wie was, wieso weshalb, warum – Wer nicht fragt bleibt dumm! Dieses Zitat kennst du bereits aus deiner Kindheit und es gilt auch für Vorstellungsgespräche. Daher solltest du dir unbedingt im Vorhinein Fragen überlegen, die du am Ende des Bewerbungsgespräches stellen kannst. Vermeide den Fehler, keine einzige Frage zu stellen! Überlege dir mindestens zwei Fragen. Aber sei vorsichtig. Selbstverständlich interessiert es dich, wie viele Urlaubstage dir zu stehen und wann du in deine wohlverdienten Ferien gehen kannst, aber das sollte man bitte niemals in einem Vorstellungsgespräch ansprechen. Du möchtest doch nicht, dass der neuer potenzieller Arbeitgeber den Eindruck hat, dass du mehr an deiner Freizeit interessiert bist, als am Unternehmen und der Tätigkeit selber, oder? Gute Fragen zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich auf den angestrebten Job beziehen. „Was werde ich vorrangig erledigen? Wie groß ist mein neues Team“? Du bekundest mit den Fragen ein großes Interesse. Daher lasse diese Chance nicht ungenutzt.

Das sind einige der wichtigsten Fragen, die Personalchefs in Vorstellungsgesprächen anwenden, um passende Bewerber für vakante Stellen zu finden. Weiterhin kannst du dich unter folgendem Link über insgesamt 100 Fragen informieren, die Unternehmen in Vorstellungsgesprächen stellen könnten: http://berufserfolg.eu/bewerbung/bewerbungsgesprach/typische-fragen

Zum Schluss sei noch gesagt: Viel Erfolg für deine künftigen Vorstellungsgespräche. Die Daumen sind gedrückt 😉

 




Beitrag von Kerstin

Kerstin
Kerstin Bruns ist Studentin der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Duisburg-Essen. Seit Juli 2014 arbeitet sie bei der YOURCAREERGROUP. Sie unterstützt unser Team tatkräftig im Bereich Online Marketing.