Zwinkern, gestikulieren, Blicke – was die Körpersprache über dich verrät

Wir kommunizieren nicht nur mit der ausgedrückten Sprache, sondern auch mit den Signalen, die unser Körper anderen sendet. Im Volksmund weiß man bereits seit je her, dass ein „Lächeln mehr als tausend Worte sagt“ und genau diesen Ausspruch sollte man beispielsweise in einem Vorstellungsgespräch genauer unter die Lupe nehmen um sich auch körperlich situationsgerecht verhalten zu können. Es ist Fakt, dass wir auch auf nonverbalem Wege Nachrichten austauschen. Dies passiert ganz automatisch, gesteuert vom Unterbewusstsein- ob wir wollen oder nicht. Da der nonverbale Ausdruck, der durch Gestik und Mimik vorgenommen wird, ganz automatisch von statten geht, gilt diese Kommunikationsform als aufrichtiger und ehrlicher als das gesprochene Wort. Viele dieser Botschaften sind universell, sozusagen als weltweit gültige Sprache, verständlich. Ein Lächeln wird beispielsweise überall, unabhängig vom jeweiligen Kulturkreis als positives Signal aufgefasst, während das Runzeln der Stirn eher negativ, als Zeichen des Unverständnisses oder des Zweifels, interpretiert wird. Im Rahmen von nonverbalen Botschaften, die eher vom Kulturkreis und gesellschaftlichen Gepflogenheiten abhängig sind, können häufig Missverständnisse auftreten, die die Kommunikation erschweren. Es gilt: der Körper ist niemals stumm- die wortlose Sprache besitzt eine größere Macht, als man zunächst annehmen kann.

Die Begrüßung – easy. Oder?

Gerade im Rahmen professioneller Vorstellungsgespräche ist es von besonderer Wichtigkeit, einige Merkmale einer gelungenen nonverbalen Kommunikation zu beachten. Zu der Körpersprache im Allgemeinen zählt die Kleidung, Mimik, Gestik, die Körperhaltung, die Bewegung und die räumliche Beziehung, in der man zu seinem Gesprächspartner steht. Diese Mittel zählen zu den ältesten Formen der menschlichen Verständigung. Einen guten Start und den Grundstein für ein gelungenes Vorstellungsgespräch bilden der Händedruck und die damit verbundene Haltung. Grundsätzlich gilt, dass man aufrecht stehen sollte, um Offenheit und Selbstbewusstsein zu repräsentieren. Früher hat eine offene, gerade Haltung beispielsweise als Symbol für Würde und Anmut gedient. Der aufrechte Gang drückt zusätzlich Kompetenz aus- der versierte Personaler weiß dies durchaus einzuschätzen. Zusätzlich beeinflusst eine aufrechte Haltung die Atmung und die Stimme. Dies geschieht unbewusst und ist kaum zu kontrollieren. Experten raten beispielsweise dazu auch in Telefoninterviews auf das äußere Erscheinungsbild und die Haltung zu achten. Wer im Jogginganzug auf dem Bett liegt, beeinflusst damit unbewusst seine Stimmlage und läuft Gefahr die notwendige Ernsthaftigkeit an der Situation zu verlieren. Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass der erste Eindruck, den sich Menschen voneinander bilden zu 95% von Aussehen, Kleidung, Haltung, Gestik, Mimik, Sprechgeschwindigkeit, Stimmlage, Betonung und Dialekt abhängig sind und weniger von dem, was eigentlich in dem Moment gesagt wird. Die Begrüßung und der Händedruck sind also entscheidende Momente, in welchen sich der Eindruck auf Seiten des Personalers manifestiert. Neben dem  geraden Gang sollte der Händedruck im Idealfall kurz und kräftig ausfallen. Dabei sollte man dem Gegenüber weder die Finger zerquetschen, noch keinen Muskel anspannen. Ein leichter Druck ist genau richtig und gibt, Studien zufolge, beispielsweise Auskunft über die Entschlossenheit, die Zielstrebigkeit oder die Rücksicht des Gegenübers.

Im Gespräch – Blicke und Haltung

Auch im Gespräch selbst kann man einige Tipps anwenden, ohne, dass die verwendete Körpersprache aufgesetzt wirkt. Hier sollte man beispielsweise wieder darauf achten, eine gerade Haltung zu wahren. Zusätzlich ist es wichtig, dass man nicht ständig auf seinem Stuhl herumrutscht und die Beine wechselnd überschlägt. Dies vermittelt dem Gegenüber, dass du dich unwohl in der Situation fühlst. Du strahlst damit Nervosität und Unsicherheit aus. Eine ruhige, offene, aufrechte Position ist hier genau richtig. Wer beispielsweise die Arme verschränkt nimmt eine eindeutige Defensivposition ein, die noch aus den Urzeiten der Menschen stammt und ursprünglich dafür gedacht gewesen ist, das Herz vor Angriffen zu schützen. Dies wird im Vorstellungsgespräch aber sicherlich nicht notwendig sein, denn entgegen dem weit verbreiteten Glauben, alle Personaler seien Löwen, die einen lebendig verschlucken, sind die Meisten ziemlich nett zu den potentiellen zukünftigen Arbeitnehmern. Auch muss man auf Blickkontakt zu dem Interviewpartner Acht geben. Wenn man beispielsweise das Gespräch mit mehreren Teilnehmern führt, ist es wichtig, dass man den Blickkontakt zwar überwiegend bei dem Sprecher hält aber auch immer wieder zu den anderen Teilnehmern blickt. Blicke sollten dabei nicht zu lang aber auch nicht zu kurz gewählt werden. Zu langes Ansehen kann starrend und seltsam auf den Anderen wirken. Ein Blick zwischen einer und drei Sekunden wird angeraten. Dies kann man häufig nicht steuern, da man sich auf viele Elemente zeitgleich konzentrieren muss. Diese gesellschaftlichen Regeln sind aber in jedem vorhanden und die meisten Menschen halten sich unterbewusst sowieso daran. Auch kann man, wenn man gerade selbst spricht, die Gestik als Stütze verwenden. Hier empfehlen sich beispielsweise Gesten mit offenen Händen- diese lassen las Gesagte glaubwürdiger erscheinen. Generell sollte man auch versuchen ruhig zu sprechen, trotz eventueller Nervosität. Auch das vermittelt Selbstsicherheit und Kompetenz.

Grundlegend gilt aber immer, dass man sich nicht verstellen darf. Wer beispielsweise ein sehr dominantes Auftreten hat, kann und sollte sich dieses auch nicht abtrainieren. Solche Formen der Körpersprache kann man beispielsweise durch Lächeln oder eine freundlich- offene Mimik ausgleichen. Wer sich hier verstellt, wirkt nicht authentisch, was sicherlich noch schlimmer ist als eine ungerade Haltung.

Interessant ist beispielsweise auch, dass Frauen in ihrer nonverbalen Kommunikation, immer noch Tendenzen in Richtung Unterwürfigkeit haben. Viele stehen beispielsweise mit überkreuzten Beinen, lächeln sehr häufig um sich sympathischer zu machen oder legen den Kopf schief. Auch diese Elemente kann man nicht verstecken und das ist auch nicht nötig.

Freundlichkeit, ein entspanntes, offenes Auftreten sind im Vorstellungsgespräch das A und O. Mit ein paar kleineren Übungen wird sicherlich auch Dein Vorstellungsgespräch zu einem vollen Erfolg. Hilfreich ist hier, um sich selbst besser einschätzen zu können, Freunde um Familie um eine Einschätzung des eigenen Auftretens zu bitten, da man viele Details selbst kaum oder nicht richtig wahrnimmt und einschätzt.

Wir drücken dir die Daumen, dass dein nächstes Vorstellungsgespräch zum vollen Erfolg wird. Einige nützliche Tipps, zu der Kleidung, die sich für ein Vorstellungsgespräch empfiehlt findest du hier, denn auch das ist ein äußerst wichtiger Bestandteil des Auftretens und des äußeren Erscheinungsbildes.

Gastbeitrag von: Sarah Amadio

Sarah Amadio ist Studentin der Germanistik und Philosophie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Seit April 2013 unterstützt sie unser Team tatkräftig im Bereich Online-Marketing.

 

 


Beitrag von Lisa N.

Lisa N.
Nach einem Masterstudium an der Universität Hamburg, habe ich erfolgreich ein Volontariat in einer PR-Agentur absolviert. Bei der YOURCAREERGROUP bin ich seit November 2014 für das B2C Marketing und den Pressebereich zuständig. Weitere Informationen zu mir gibt es auf XING.