Weiterbildung zum Diätkoch oder diätetisch geschulten Koch

Jetzt haben wir den Salat? Ein Diätkoch (IHK) und ein diätetisch geschulter Koch (GDE) haben weit mehr auf dem Kasten als Grünzeug schnippeln!

Als Koch schwingst du täglich den Kochlöffel und bereitest damit Restaurantgästen, Kantinenbesuchern und Krankenhauspatienten stets aufs Neue köstliche Gerichte zu. Deine Zutaten: ausgezeichneter Geschmack und ein ansprechend angerichteter Teller. Doch manchmal sind diese zwei Komponenten nicht genug. Insbesondere, wenn es um die Zutat „Gesundheit“ geht. Was sich genau dahinter versteckt, wird sich dir in einer Weiterbildung zum Diätkoch (IHK) oder zum diätetisch geschulten Koch (GDE) eröffnen. Wenn du dich in deinem Job als Koch spezialisieren möchtest oder gar an eine Selbstständigkeit zum Beispiel als Ernährungsberater denkst, kann diese Weiterbildung, bei der es um die Behandlung ernährungsbedingter Krankheiten geht, das Richtige für dich sein!

Gesunde Ernährung will gelernt sein

„Das Classic-Menü mit einem Cheeseburger, Pommes rot-weiß und einer großen Cola, bitte!“ Sicherlich hat jeder von uns schon einmal eine derartige Bestellung aufgegeben und sich auf ein kleines Festmahl gefreut. Und das, obwohl uns bewusst ist, dass es sich hier um alles andere als gesunde Ernährung handelt! Wie sollen wir uns denn auch gegen den Heißhunger wehren, der durch Photoshop manipulierte saftige Burger, neu kreierte Schokoladensorten und erfrischende Kultgetränke auf den Werbeplakaten an jeder Straßenecke geweckt wird? Die Konsequenzen des Konsums bekommen wir jedoch schneller zu spüren als uns lieb ist: eine deutliche Zunahme an übergewichtigen Menschen sowie immer mehr Personen, die an Stoffwechselerkrankungen, Unverträglichkeiten und Allergien leiden. Doch wollen wir nicht alles auf die böse Konsumgüterindustrie schieben. Auf der anderen Seite gibt es selbstverständlich Menschen, die keinen Einfluss auf ihre Krankheiten nehmen konnten, unter denen sie leiden. Oftmals sind es das Alter der Menschen oder gewisse Umstände wie eine Schwangerschaft, die angepasste Kostformen erfordern. Auch Spitzensportler sind auf einen speziellen Ernährungsplan angewiesen.

Mittlerweile gewinnt eine gesunde, ausgewogene Ernährung immer mehr an Bedeutung. Was für Menschen mit organischen Erkrankungen schon lange zum Alltag dazugehört, wird nun auch vom Otto-Normalverbraucher nachgefragt. Hungerdiäten, um endlich die 90-60-90 Maße oder den durchtrainierten Astralmännerkörper zu erreichen, wird der Kampf angesagt. Stattdessen ist es der Ausgleich von ausgewogener Kost und Bewegung, der unseren Körper glücklich und gesund macht. Denn wer denkt, er dürfe ab sofort nur noch Salat, fade Gerichte und kleine Portionen zu sich nehmen, täuscht sich gewaltig. Köche mit diätetischen Kenntnissen wissen wie man gesunde Nahrungsmittel köstlich zubereitet und haben mit ihrem Sinn für Kreativität immer neue Rezeptideen parat. Es ist das vereinte Wissen von Ärzten, Diätassistenten und Diätköchen, das unserer Gesundheit auf die Sprünge hilft.

Diätkoch oder Diätisch geschulter Koch?

Für eine Weiterbildung in diese Richtung hast du zwei Möglichkeiten. Entweder strebst du einen Abschluss zum Diätkoch bei der Industrie- und Handelskammer an, oder du lässt dich von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. in Zusammenarbeit mit dem Verband der Köche Deutschlands e. V. zum diätetisch geschulten Koch ausbilden. Ersteres ist ein öffentlich-rechtlich anerkannter Abschluss, den du in deinem kommenden Berufsleben stets behalten darfst. Der Zertifikatslehrgang zum diätetisch geschulten Koch dagegen erfordert in einem 3-jährigen Rhythmus das kontinuierliche Vorweisen von gewissen Fortbildungspunkten, damit du die Gültigkeit deines Titels bewahren kannst. So wird das Wissen ständig auf den neuesten Stand gebracht.

Dein Einsatzgebiet

Längst sind die Zeiten überholt, in denen Köche mit diätetischem Know-how ausschließlich in Kranken- und Kurhäusern tätig waren. Sicherlich wird dort und in Einrichtungen wie Altenheimen und Rehabilitationskliniken dein Können gefragt sein, aber der Einsatzbereich ist damit noch nicht ausgeschöpft. Auch Fitness- und Wellnesseinrichtungen, um Körper und Seele nach einem anstrengenden Arbeitsalltag wieder in Einklang zu bringen, genießen große Beliebtheit. Außerdem ist gesunde Ernährung inzwischen auch ein Thema, dass das Hotel- und Gastronomiegewerbe erreicht hat. Spezielle Buffets, eine eigene Rubrik auf der Restaurantspeisekarte und eine spezialisierte Nahrungs- und Genussmittelherstellung deuten darauf hin, wie präsent das Thema in unseren Köpfen bereits tatsächlich ist.

Inhalte der Weiterbildungen

Beide genannten Weiterbildungen ähneln sich in ihrem inhaltlichen Umfang und können daher im Folgenden zusammengefasst werden. Um die Prüfungen zu bestehen, benötigst du umfangreiches Wissen auf den insgesamt 4 Grundsäulen Ernährungslehre, Diätetik, medizinische Grundlagen sowie Fachpraxis in der Erstellung von Speiseplänen und ihrer Zubereitung. Selbst wenn du dir einen großen Teil der benötigten Fähigkeiten und Kenntnisse bereits im Beruf aneignen konntest, empfiehlt sich der Besuch eines Vorbereitungsseminars. Es ist speziell auf die relevanten Themen der  jeweiligen Prüfung abgestimmt und erleichtert dir das Lernen. Die Lehrgangsinhalte entsprechen den Prüfungsinhalten und verdeutlichen gleichzeitig deinen zukünftigen Aufgabenbereich.

In den ersten drei Gebieten werden deine Kenntnisse in Form einer schriftlichen Prüfung abgefragt während in der mündlichen Prüfung in der Regel alle Gebiete relevant sind. Im praktischen Prüfungsteil geht es beispielsweise um die Erstellung eines Menüs mit entsprechender Nährwertberechnung. Die Prüfung findet in der Regel an drei Tagen statt.

Rahmenbedingungen der Vorbereitungslehrgänge

Die Voraussetzungen für die Weiterbildung sind unterschiedlich und hängen von der zuständigen Bildungseinrichtung ab. In einigen Regionen ist eine Ausbildung zum Koch erforderlich, in anderen Regionen ist die Fortbildung ebenso für Hauswirtschafter, Konditoren und ähnliche Berufe geeignet. Die zusätzlich zur Ausbildung erforderliche Berufspraxis schwankt zwischen 1 und 3 Jahren. Solltest du keine Berufsausbildung vorweisen können, kann eine bestimmte Jahresanzahl an einschlägiger Berufserfahrung als Zugangsmittel dienen. In der Regel beträgt sie 6 Jahre. Für die Fortbildung zum diätetisch geschulten Koch (DGE) ist zum Teil ein Mindestalter von 21 Jahren unumgänglich.

Die Vorbereitungsseminare variieren in ihrer Dauer und den anfallenden Kosten. Dies hängt davon ab, ob der Kurs in Vollzeit, Teilzeit oder per Fernunterricht durchgeführt wird, so dass die Dauer zwischen 5 Wochen, 8 Monaten und 2 Jahren schwanken kann. Bei den Kosten ist es ähnlich. Sie hängen teilweise von den Teilnehmerzahlen der Lehrgänge ab und liegen zwischen 860 und 3600 EUR. Die Lehrmittel, die Prüfungsgebühren und die Verpflegung im Falle von Vollzeitseminaren sind in den besagten Kosten inklusive.

Auf den folgenden Seiten findest du passende Lehrgänge zum Diätetisch geschulten Koch und zum Diätkoch.

Damit dir die Kosten nicht über den Kopf wachsen, gibt es die Möglichkeit Meister BAföG oder die Bildungsprämie zu beantragen.

Mit deiner neu gewonnenen Qualifikation als Diätkoch oder diätetisch geschulter Koch stehen dir in der Berufswelt neue Türen offen. Ganz gleich ob es das erweiterte Tätigkeitsgebiet ist, die verantwortungsvolleren Aufgaben oder die Gehaltssteigerung – mit deinem neu gewonnenen Wissen bist du selbstbewusster und konkurrenzfähiger. Informiere dich noch heute über Lehrgänge in deiner Nähe und zeig‘ was in dir steckt!

Bilderquellen: © wavebreakmedia / dotshock /Elena Schweitzer /shutterstock.com

 

Gastbeitrag von: Nicole Girod

Nicole Girod ist Studentin der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Duisburg – Essen. Seit Mai 2013 unterstützt sie unser Team tatkräftig im Bereich Online-Marketing.


Beitrag von Lisa N.

Lisa N.
Nach einem Masterstudium an der Universität Hamburg, habe ich erfolgreich ein Volontariat in einer PR-Agentur absolviert. Bei der YOURCAREERGROUP bin ich seit November 2014 für das B2C Marketing und den Pressebereich zuständig. Weitere Informationen zu mir gibt es auf XING.