XING – in 10 Schritten zum gelungenen Profil

„Und es hat XING gemacht!“ – so lautete der Slogan einer sehr erfolgreichen XING-Werbekampagne. Und tatsächlich: XING, das soziale Netzwerk für berufliche Kontakte, erfreut sich unter deutschen Berufstätigen immer größerer Beliebtheit. Mehr als 13 Millionen Mitglieder kann das Netzwerk aktuell verzeichnen. Wenig verwunderlich, schließlich bietet das Portal seinen Nutzern die Möglichkeit, kostenlos für sich zu werben, wertvolle Kontakte zu knüpfen und einen professionellen Web-Auftritt hinzulegen. Eine Chance, die man nicht ungenutzt lassen sollte, denn die eigene Online-Reputation wird in Zeiten von Social Media Recruiting und „Bewerber-googeln“ immer wichtiger.

Die wichtigsten Infos über XING

Ähnlich wie bei einem klassischen Lebenslauf zeigt das eigene XING-Profil den beruflichen Werdegang und ein Foto des Bewerbers. Zusätzliche Felder wie „Ich suche/biete“ oder „Interessen“ bieten weitere Möglichkeiten für die Selbstpräsentation. Was man auf XING sonst noch machen kann? Kontakte hinzufügen, in Fach-Gruppen über verschiedene Themen diskutieren, Unternehmensinfos abonnieren, Events erstellen, Nachrichten schicken, Projekte ausschreiben und und und… Hierbei haben die Nutzer die Möglichkeit zwischen einer kostenlosen Basis-Mitgliedschaft oder einer kostenpflichten Premium-Mitgliedschaft zu wählen. Die Vorteile letzter sind z.B. erweiterte Suchfilter und das Einsichten der Besucher des Profils. In der Regel ist eine Basis-Mitgliedschaft für den „einfachen“ Gebrauch vollkommen ausreichend. Die Premium-Mitgliedschaft wird größtenteils von Personalern auf der Suche nach neuen Mitarbeitern genutzt.

 

Bei dir hat es noch nicht XING gemacht? Dann wird es höchste Zeit! Wir haben für euch viele Tipps zur Erstellung und Optimierung eures XING-Profils zusammengestellt. Hier geht es zur Registrierung bei XING.

In 10 Schritten zum professionellen XING-Profil

1. Das Foto
Ein Foto gehört zu jedem seriösen XING-Profil. Es sollte ein professionelles und aktuelles Foto, also z.B. ein Bewerbungsbild, gewählt werden. Ein Lächeln schadet dabei nie und hilft Sympathiepunkte zu sammeln. Ob schwarz-weiß oder farbig – beides ist passend. Achte unbedingt auf eine hohe Auflösung. Nichts sieht unprofessioneller aus als ein verpixeltes Foto im Profil. Private Fotos aus dem Urlaub oder von der letzten Kegelparty sind beim Profilbild fehl am Platz.

2. Firma und Position
Direkt neben dem Foto stehen die aktuelle Position und das zugehörige Unternehmen, welche man über die „Berufserfahrung“ bearbeiten kann. Hier kann man sich natürlich auf die Fakten beschränken, jedoch bietet dieser Bereich auch mehr Potenzial, da er bei den XING-Suchergebnissen mit angezeigt wird. Insbesondere Selbstständige können hier die Chance nutzen, durch Teaser Aufmerksamkeit zu erregen und Eigenwerbung zu betreiben. Wie das in den Suchergebnissen aussehen kann, siehst du hier am Beispiel von Bartlomiej Melski:

 

 

 

 

 

 

Wenn du dein Profil in den Privatsphäre-Einstellungen als „öffentlich“ freigibst, wird dieser Teil übrigens auch bei den Google-Suchergebnissen mit angezeigt. Kleine Scherze wie „Hier könnte Ihre Firma stehen“ sind bei XING generell unangebracht.

3. „Über mich“
Diese Profilbereich bietet durch HTML-Befehle und verschiedene Formatierungen viel Raum für eine freie Gestaltung, z.B. durch das Einfügen von Bildern. Hier kann man also durchaus seine Kreativität zeigen – zu bunt und übertrieben sollte es allerdings nicht werden, schließlich möchte man seriös rüberkommen. Wer viel Platz braucht, kann sich richtig austoben, denn dieser Bereich wird im XING-Profil als separate Seite angezeigt. Alle, die es eher schlicht mögen, können hier auch eine prägnante Beschreibung ihrer Person einfügen. Ein paar Beispiele von gelungenen „Über mich“-Seiten findest du hier.

4. „Ich biete“
Diesen Bereich solltest du unbedingt nutzen, denn so kann man dich durch die erweiterte Suche gezielt finden. Wichtig ist hierfür, dass du verschiedene passende Keywords eingibst und diese durch Kommata trennst. Längere Sätze sind fehl am Platz. Überlege vorher genau, was deine größten Stärken und Qualitäten sind. Stichworte bei „Ich biete“ könnten bei einem Mitarbeiter aus der Hotellerie z.B. „Rooms Division, Front Office, Revenue Management“ sein.  Das Ganze würde dann folgendermaßen aussehen:

 

 

 

 

Sucht ein Personaler dann bei XING also einen Kontakt mit Kenntnissen im Revenue Management, wird er auf Personen mit diesen Stärken stoßen. Zu vermeiden sind hier gängige Floskeln wie „Teamfähigkeit“ oder „Kommunikationsstärke“, da diese kaum noch Aussagekraft besitzen und nur wenige Personaler nach diesen Stärken suchen werden. Übrigens: Auch dieser Bereich erscheint (bei einem öffentlichen Profil) in den Google-Suchergebnissen, direkt nach deiner Firma und Position.

5. „Ich suche“
Hier verhält es sich ähnlich – auch diese Angaben lassen sich über die interne XING-Suche finden. Es gilt also wieder: Keywords eingeben und durch Kommata trennen. Wer beispielsweise an Kontakten interessiert ist, sollte genau spezifizieren, um was für Kontakte aus welchen Bereichen es sich handelt. Dasselbe gilt, wenn du Kooperationspartner oder Kunden suchst – spezifiziere immer explizit, was du suchst. Allein durch „nette Kontakte“ wirst du nicht die gewünschte Zielgruppe erreichen. Oder suchst du einen neuen Job? Wenn dein aktueller Arbeitgeber davon nichts wissen soll, dann lasse „neue Herausforderungen“ als Suchangabe besser aus. Füllst du dein Profil vollständig und nach den Regeln aus, wird man dich trotzdem finden…
Achtung: „In der Kürze liegt die Würze!“. Profile mit gefühlten 100 Keywords wirken leicht unprofessionell. Sowohl unter „Ich suche“ als auch unter „Ich biete“ sollte Qualität statt Quantität herrschen.

6. Interessen, Organisationen und Gruppen
Die Interessen des Bewerbers gehören für viele Personaler zu einem runden Lebenslauf dazu, denn sie sind eine der wenigen Möglichkeiten, dem Lebenslauf eine persönliche Note zu verleihen. Bei XING ist das nicht anders, deswegen solltest du dieses Feld auf jeden Fall nutzen. Intime oder gefährliche Hobbies haben hier nichts zu suchen. Außerdem sollte man darauf achten, dass die Hobbys auch erwähnenswert sind. “Lesen” gehört zum Beispiel nicht unbedingt dazu 😉
Auch Organisationen und Ehrenämter finden bei XING ihren Platz. Hierzu können auch Mitgliedschaften in Sportvereinen zählen. Parteimitgliedschaften hingegen oder andere politische Gesinnungen sollten im Zweifel besser ausgelassen werden. Zu viele Organisationen kommen übrigens bei einigen Personalern nicht gut an, denn wer sich in seiner Freizeit viel engagiert, hat meist weniger Zeit für die Arbeit…
Bei mehr als 50.000 Fachgruppen hat man die Qual der Wahl, doch auch hier gilt wieder: Qualität statt Quantität. Trete nur Gruppen bei, deren Inhalt für dich von Interesse ist. Dabei solltest du ebenso darauf achten, wie deine Gruppen nach außen wirken könnten, denn auch auf XING gibt es ähnlich wie bei Facebook & Co. vereinzelt Gruppen à la “We love the 90s”. Bei XING handelt es sich schließlich um ein Business- und kein Freizeitnetzwerk… Möchtest du Beiträge in den Gruppen posten, dann achte auf deine Rechtschreibung und bleibe stets sachlich und konstruktiv.

7. Berufserfahrung
In diesem Abschnitt sollten alle bisherigen Berufsstationen aufgelistet werden, mit Fokus auf deine aktuelle Stelle. Für alle, die schon etwas länger auf dem Arbeitsmarkt tätig sind, gilt: die letzten 10 Jahre sind im Profil ausreichend. Alle einzelnen Stationen können über das Feld „Beschreiben Sie Ihre Positionen“ näher erläutert werden. Hier kannst du z.B. spannende Projekte oder Erfolge eintragen oder schlichtweg deine Aufgabenfelder. Bei allen Berufserfahrungen, die in der Vergangenheit liegen, ist es ausreichend die Jahresspanne ohne Monatsangabe einzutragen oder auch die Zeitangaben ganz auszulassen.

8. Auszeichnungen & Qualifikationen
Hast du schon mal eine Auszeichnung für deine besonderen Leistungen in der Ausbildung, im Studium oder beim Job erhalten? Dann ist hier der richtige Platz dafür! Im Feld “Qualifikationen” hingegen können erworbene Zertifikate, Sprachdiplome oder auch die Teilnahme an besonderen Kursen eingetragen werden. Nutze die Chance und hebe dich von anderen Kandidaten ab!

9. Web
Vom eigenen Blog über Twitter bis hin zu Facebook lassen sich hier zahlreiche weitere Web-Auftritte von dir hinzufügen. Jedoch sollte man jetzt nicht wahllos seinen eBay-Account mit den alten Klamotten im Angebot oder sein YouTube Profil mit den lustigen Katzenvideos öffentlich stellen, sondern sich auf die seriösen und professionellen Auftritte beschränken. Hierbei kann es sich z.B. um den eigenen Experten-Blog oder einen Google+ Account mit Mehrwert handeln.
Du besitzt einen Blog und möchtest, dass deine Kontakte in den XING-Neuigkeiten automatisch über neue Posts informiert werden? Dann füge die zugehörige Web-Adresse hier als RSS-Feed hinzu.

10. Kontaktdaten
Welche Kontaktdaten du angibst und freigibst, bleibt dir überlassen. Möchtest du allerdings von Kunden, Headhuntern oder Personalern z.B. auch per E-Mail oder Telefon erreichbar sein, dann empfiehlt es sich diese Angaben freizugeben. Achtung: welcher Kontakt Zugriff auf deine Kontaktdaten hat, lässt sich nicht über die Privatsphäre-Einstellungen regeln, sondern muss manuell bei jeder Kontaktbestätigung oder Anfrage neu ausgewählt werden. Möchtest du diese Einstellunge im Nachhinein bearbeiten, klicke dafür auf den jeweiligen Kontakt und in der rechten Seite auf “Datenfreigabe bearbeiten”.

Abschließend ist noch zu betonen, dass es sich um ein XING um ein SOZIALES Netzwerk handelt – das heißt, man sollte es aktiv nutzen. Wer einfach nur ein Profil erstellt und dann darauf wartet, dass die Kontakt- und Jobanfragen ganz von alleine kommen, der wird keinen Erfolg haben. Bringe dich mit deinem Fachwissen in Gruppen ein, sammle wertvolle Kontakte und teile interessante Neuigkeiten mit deinen Kontakten!

Bilderquellen: © sherwood / TiljanaM / shutterstock.com


Beitrag von Andrea Schmitz

Andrea Schmitz